Kostenfalle Internet: Worauf sollte man im Ausland achten?

Das Handy ist für viele Menschen kaum noch wegzudenken. Viele möchten auch im Urlaub auf die Nutzung von Smartphone, Tablet und Co. nicht verzichten. Auch wenn das Daten-Roaming innerhalb der EU abgeschafft wurde, lauern in diesem Bereich noch immer Kostenfallen. Worauf es hier zu achten gilt und wie man beim Surfen im Internet, außerhalb der EU, hohe Kosten vermeiden kann, zeigt der nachfolgende Ratgeber.

Daten-Roaming und Kosten-Airbag innerhalb der EU

Auch wenn die Roaming-Gebühren innerhalb Europas am 15. Juni 2017 abgeschafft worden sind, kann man im Urlaub noch immer in eine Kostenfalle geraten. Grundsätzlich gelten durch das neue Roaming-Gesetz im europäischen Ausland die gleichen Preise fürs SMS-versenden, surfen im Internet und telefonieren wie zu Hause. Wer aber außerhalb des europäischen Auslands Urlaub wie etwa USA, Türkei oder Australien machen möchte, für den gilt dies nicht. Allerdings gibt es hier einen „Kosten-Airbag“, welcher weltweit gilt und den Betreiber dazu verpflichtet, dass dieser den Nutzer warnt, wenn die Kostenobergrenze von 59,90 Euro überschritten wurde. Erreicht der Nutzer 80 Prozent dieser Kostenobergrenze durch das Daten-Roaming, muss der Betreiber ihn darauf hinweisen und die Internetverbindung des Handys unterbrechen. Erst wenn der Nutzer der weiteren Nutzung zustimmt, wird die Internetverbindung wieder aktiviert.

Daten-Roaming und Kosten-Airbag außerhalb der EU

Auf diesen Kosten-Airbag kann man sich aber nicht immer verlassen, insbesondere außerhalb der EU. Dies liegt schlicht und einfach daran, dass die ausländischen Provider zwar ihre Daten in Echtzeit zum lokalen Provider übertragen, es aber nicht immer sicher ist, ob dies auch reibungslos funktioniert. Dabei handelt sich nämlich um eine freiwillige Kooperation, an der nicht alle Provider teilnehmen. Nutzer sollten via SMS-Nachricht aber darüber informiert werden, wenn der aktuelle Anbieter an dieser Kooperation nicht teilnimmt. Ist dies der Fall können hohe Kosten entstehen, daher sollte man sich unbedingt vor seinem Urlaub sorgfältig informieren, damit nach dem Urlaub nicht das böse Erwachen kommt, wenn die erste Mobilfunkrechnung ins Haus flattert.

Roaming: Unnötige Kosten im Ausland vermeiden

Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, ist es wichtig den Verbrauch vom Datenvolumen zu prüfen und so gering wie möglich zu halten. Allein die Apps, die unbemerkt im Hintergrund laufen, verbrauchen viel Datenvolumen. Mit den richtigen Einstellungen vor Reiseantritt kann dies aber deutlich reduziert werden. Dazu einfach in den Einstellungen des Smartphones ändern, dass Daten über das Mobilfunknetz erst nach Aufforderung heruntergeladen werden oder wenn das Gerät im WLAN-Netzwerk eingewählt ist. Auch das automatische Herunterladen von Updates, Bildern und allgemein großen Daten sollte deaktiviert werden. Unabhängig davon ob Smartphone, Tablet oder Laptop im Ausland zum Einsatz kommen: Unnötige Kosten können durch die Nutzung von kostenlosem WLAN im Hotelzimmer oder in der jeweiligen Clubanlage drastisch reduziert werden. Des Weiteren sollten datenintensive Aktivitäten, wie das Versenden von Fotos via SMS, MMS und E-Mail vermieden werden sowie das Streamen von Musik und Filmen.


Ausländische Prepaid-Karten nutzen

Eine praktische Alternative zum Mobilfunkvertrag sind ausländische Prepaid-Karten, wie zum Beispiel eine spezielle Prepaid-SIM-Karte für die USA, China oder Australien. Diese haben den großen Vorteil, dass man seine Kosten stets im Blick hat, da nur das Guthaben aufgebraucht werden kann, was zuvor auf die Karte geladen wurde. Zu beachten gilt hier allerdings, dass ausländische SIM-Karten nur in einem Smartphone verwendet werden können, welches keinen NET-Lock oder SIM-Lock besitzt.

Das Fazit…

Wer sich vor Reiseantritt sorgfältig informiert, dem sollte die böse Kostenfalle aufgrund von Daten-Roaming außerhalb der EU in der Regel erspart bleiben. Ob ausländische Prepaid-Karte oder spezielle Reise-Pakete vom deutschen Handy-Anbieter, für welche Variante man sich hier letztendlich entscheidet, hängt natürlich auch immer von den eigenen Anforderungen und von den aktuellen Angeboten ab. Daher gilt auch hier unbedingt die Angebote gründlich miteinander vergleichen.
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