Mit staatlicher Förderung zum Wohneigentum

Zukunft bauen mit Vater Staat. Staatliche Förderung etwa für das Bausparen macht es möglich. (Foto: Foto 1)
 
www.bkm.de/bausparvertrag/wohnungsbaupraemie/ (Foto: Bild 2)
 
Je früher ein Vermögensaufbau mit staatlicher Hilfe in Angriff genommen wird, umso besser. (Foto: Bild 3)

TIPP / Der Traum von den späteren eigenen vier Wänden ist unter jungen Deutschen beliebter denn je. Staatliche Förderprogramme und Zuwendungen sowie Zinsen auf einem anhaltenden historischen Tiefststand gestalten die Erfüllung des Wunschtraums so einfach und günstig wie nie zuvor.

Die Förderung des Erwerbs selbst genutzten Wohneigentums gehört seit vielen Jahren schon zur sozialpolitischen Aufgabe des Gesetzgebers. Ob Wohn-Riester, Wohnungsbauprämie oder Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW: Bewilligtes Baugeld vom Staat verhilft jungen Paaren zu einer günstigeren Hausfinanzierung und schafft zusätzlich Planungssicherheit.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein zinsgünstiges Bauspardarlehen oder auch ein Versicherungsdarlehen aus einer kapitalbildenden Lebens- oder Rentenversicherung in die Finanzierung miteinfließen.

Wunsch und Nachfrage bei jungen Menschen, die noch am Anfang ihres Erwerbslebens stehen, sind jedenfalls gegeben, wenn den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage Glauben geschenkt wird. Danach erkennen rund zwei Drittel den Wert von Haus- und Grundbesitz als die immer noch beste Geldanlage an, und favorisieren Bausparen in dem Zusammenhang als verlässliche Finanzierungsform und idealen Einstieg für eine entsprechende Umsetzung des Vorhabens, wie die folgende Grafik Zukunft bauen verdeutlicht.



Die statistische Auswertung verweist auf einen wichtigen Pfeiler, den der Bausparfinanzierung nämlich, wobei staatliche Zuschüsse in Form der sogenannten Eigenheimrente in einen Bausparvertrag eingezahlt werden können.

Fördertopf 1: Wohn-Riester

Bei der auch unter der Bezeichnung „Wohn-Riester“ besser bekannten Eigenheimrente gibt es Zuschüsse vom Staat, wenn der Betreffende einen Teil seines Einkommens in einen Wohn-Riester-Vertrag einzahlt. Zusätzlich kann er den aufgewendeten Betrag als Sonderausgaben im Rahmen des Lohnsteuer-Jahresausgleichs steuerlich geltend machen. Die Einzahlung ist dann förderungsfähig, wenn der Betrag zweckgebunden für das eigene Haus, die Eigentumswohnung oder die Genossenschaftswohnung aufgewendet wird.

Die Förder-Gelder kommen vor allem jungen Familien mit Kindern zu Gute und können zur Tilgung eines bestehenden Hypotheken-Darlehens eingesetzt werden.

Aber auch junge Singles können bereits Jahre vor einem geplanten Eigenheim-Erwerb von der Riester-Rente profitieren. Dazu empfiehlt sich, parallel einen Bausparvertrag abzuschließen, und die Riester-Fördergelder zunächst in der Ansparphase zum Kapitalaufbau zu verwenden.

Werden mindestens vier Prozent des Jahreseinkommens in einen Wohnriester-Vertrag eingezahlt, bekommen Sparer 154 Euro an jährlicher Grundzulage. Hinzu kommen 185 Euro für jedes vor 2008 geborene Kind und 300 Euro für jedes später geborene Kind. Die so geleisteten Aufwendungen sind bis zu einer Höhe von 2.100 Euro steuerlich abzugsfähig.

So wirkt sich die Förderung in der Darlehensphase wie ein Tilgungsturbo aus und hilft, die Darlehenssumme schneller zu reduzieren und somit früher schuldenfrei zu sein. Der Unterschied zu einem vergleichbaren nicht-geförderten Darlehen kann über den gesamten Finanzierungszeitraum gesehen mehr als 10.000 Euro Vorteil bringen.

Fördertopf 2: Wohnungsbauprämie

Junge Menschen können bereits ab ihrem 17. Lebensjahr beginnen, die finanziellen Weichen in Richtung Wohneigentum zu stellen. So können Jugendliche jedes Jahr eine Wohnungsbauprämie beantragen, die in Kombination mit vermögenwirksamen Leistungen im Rahmen etwa eines Bausparvertrags sowohl Sicherheit in der Kapitalanlage als auch attraktive staatliche Förderung bietet.

Fördervoraussetzung ist ein zu versteuerndes Jahreseinkommen, das bei Singles 25.600 Euro nicht übersteigt. Verheiratete dürfen zusammen maximal 51.200 Euro zu versteuerndes Jahreseinkommen haben, um in den Genuss des Fördertopfes zu kommen.

Im Gegenzug erhalten die Begünstigten eine jährliche Bezuschussung von 8,8 Prozent auf jährliche Sparbeiträge bis 512 Euro bei Singles, und 1.024 Euro bei Verheirateten. Das sind 45,06 Euro Zuschlag für Alleinstehende und 90,11 Euro für Verheiratete. Dafür müssen mindestens 50 Euro jährlich in den Bausparvertrag eingezahlt werden.

Die Prämie kann zwei Jahre rückwirkend bezogen werden. Nach Ablauf dieses Zeitraumes ist der Anspruch jedoch verjährt.

Fördertopf 3: Vermögenswirksame Leistungen und Arbeitnehmersparzulage

Die sogenannten „Vermögenswirksamen Leistungen“ stellen eine freiwillige Zahlung vom Arbeitgeber an seinen Arbeitnehmer dar. Dabei wird die Förderleistung vom Chef direkt an die Hausbank seines Mitarbeiters gezahlt.

Bis zu 480 Euro können pro Jahr zusätzlich zum Gehalt für Vermögensaufbau verwendet werden, die der Arbeitgeber auf eine zertifizierte Anlageform wie etwa einen Banksparplan, Aktienfonds oder Bausparvertrag überweist.

Zahlt der Chef nicht den Höchstbetrag, kann es sich dennoch lohnen, die noch ausstehende Summe aus eigenen Mitteln aufzustocken, da einige Produkte Mindestsparbeträge voraussetzen. Die Gesamtlaufzeit der VL beträgt sieben Jahre, wovon sechs Jahr lang eingezahlt wird und das Ersparte anschließend ein Jahr ruhen muss.

Das ergibt etwa nach sechs Jahren bei einer Sparsumme von monatlichen 40 Euro 2.880 Euro, zusätzlich der jeweiligen Sparzinsen - je nach Anlageform.

Die Geldleistung der VL muss entweder in der Tarifvereinbarung oder im Arbeitsvertrag fixiert sein, einen Rechtsanspruch gibt es nicht. Angestellte in Teilzeit erhalten eine entsprechend anteilige Zuwendung. Zur Beantragung müssen sich Angestellte an ihre Hausbank wenden und ihrem Chef ein entsprechendes Antragsformular aushändigen.

Zusätzlich können Geringverdiener mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen unter 17.900 Euro (bei Alleinstehenden) oder 35.800 Euro (bei Ehegatten oder Lebenspartnern) eine Arbeitnehmersparzulage beantragen, wenn die VL-Leistungen in einen Bausparvertrag eingezahlt werden. Sie beträgt 20 Prozent bei Sparverträgen und auch Aktienfonds oder bis zu 480 Euro über die gesamte Laufzeit.

Fördertopf 4: KfW-Darlehen

Neben kommunalen und regionalen Fördermitteln vereinzelter Landes-Förderbanken bietet auch die Staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau zinsgünstige Kredite und Zuschüsse für den Hausbau oder -kauf zum Zweck der Eigenverwendung an.

Über die eigene Hausbank kann etwa das KfW-Wohneigentumsprogramm 124 für Bau oder Erwerb selbst genutzten Wohneigentums beantragt werden. Für eine Kreditsumme von bis zu 50.000 Euro über eine Kreditlaufzeit von maximal 35 Jahren Laufzeit werden anfänglich nur Zinsen fällig. Tilgungsbeginn ist spätestens fünf Jahre nach Aufnahme des Förderkredits. Während der ersten Phase der Zinsbindung von fünf oder zehn Jahren ist eine Rückzahlung oder Teiltilgung allerdings nur gegen eine Vorfälligkeitsentschädigung möglich.

Das Darlehen kann auch für die Instandsetzung, den Umbau und die Modernisierung genutzt werden. Aktuell ist für Darlehensnehmer ein Sollzins von 0,75 Prozent bei einer Laufzeit von bis zu 25 Jahren und einer Zinsbindung von fünf Jahren drin.

Das Programm kann mit weiteren Förderprogrammen kombiniert werden. So etwa mit einem Investitionszuschuss für Energieeffizientes Sanieren, einem günstigen Kredit von bis zu weiteren 75.000 Euro. Wer ein KfW-Effizienzhaus neu bauen oder kaufen möchte, kann weitere 50.000 Euro aus dem Fördertopf Programm 153 erhalten.

Bildquellen:
Bild 1: goodluz/fotolia
Bild 2: www.bkm.de/bausparvertrag/wohnungsbaupraemie/
Bild 3: adam121/fotolia
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