Mitglieder honorieren Erfolgskurs der VR-Bank Handels- und Gewerbebank eG

Gratulation zum 20-jährigen Vorstandsjubiläum: v.l.n.r.: Vorstand Jürgen Reinthaler, Vorstandsvorsitzender Georg Schneider, Aufsichtsratsvorsitzender Otto Völk und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Johann Popp. (Foto: pm)

Bilanzsumme überschreitet erstmals 2-Mrd.-Schwelle. Dividende bleibt bei 5 Prozent. Genossenschaftsbank trotzt mit Produktivität der Mitarbeiter und intelligenten Prozessen den Belastungen aus Niedrigzins und Bürokratie.

Vorstand und Aufsichtsrat einstimmig entlastet, Dividende einstimmig beschlossen und eine einhellige Zustimmung zur Geschäftspolitik: Die diesjährige Vertreterversammlung der VR-Bank Handels und Gewerbebank eG (VR H&G) zeigte sich rundum einverstanden mit der Entwicklung ihrer Bank im Geschäftsjahr 2017.

Damit honorierten die Eigentümer die Tatsache, dass es trotz der anhalten niedrigen, mitunter negativen Zinsen, der fortschreitenden Digitalisierung und der ständig zunehmenden Regulatorik und Bürokratie den 286 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Genossenschaftsbank gelang, die Bilanzsumme um 4,6 Prozent auf nunmehr 2036 (Vorjahr: 1946) Mio. € zu steigern. Damitüberschreitet die VR H&G erstmals die 2-Milliarden-Schwelle und gehört zu den größten Genossenschaftsbanken in Bayern. Der Bilanzgewinn erreichte 6,15 (6,09) Mio. €, daraus wurde an die 34.762 Mitglieder eine Dividende von 5 Prozent ausgeschüttet.

Dass die VR H&G ihren Einnahmerückgang durch die gesunkene Zinsspanne
ausgleichen konnte, lag nach Angaben der beiden Vorstände Georg Schneider
und Jürgen Reinthaler vor allem an drei Faktoren: einem qualifizierten
Wachstum innerhalb der Geschäftstätigkeit sowie die Kombination aus
kontinuierlich gesenkten Betriebskosten und einer weit überdurchschnittlichen Produktivität der Mitarbeiter.

„Der Kostenvorteil unserer Bank, die relativen Betriebskosten von nur 1,36 Prozent verzeichnet, liegt gegenüber dem bayerischen Durchschnitt bei circa 6 Mio. €“, sagte Reinthaler in seiner Bilanz. „Dies ist nur mit schlanken Strukturen, motivierten Leuten, guten Prozessen und
einer vertrauensvollen Unternehmenskultur möglich.“ Der Vorstand sei
zuversichtlich, mit dieser Strategie auch in den kommenden Jahren erfolgreich zu wirtschaften.

Wie wertvoll die VR H&G als Partner der Wirtschaft und von Privatkunden in der Region sind, zeigt sich am Wachstum des Kreditgeschäfts um 7,1 Prozent auf 1276 (1191) Mio. €. Insgesamt wurden voriges Jahr neue Kredite in Höhe von 305 Mio. € neu ausgereicht, eine Steigerung von 35 Mio. € gegenüber 2016. „In der Kreditnachfrage spiegelt sich die nach wie vor gute Konjunktur wider“, analysierte Reinthaler. „Die Nachfrage nach Investitionskrediten im Firmenkundengeschäft sowie bei Immobilienfinanzierungen für Privatkunden ist nach wie vor hoch.“

Weitere Impulse verspricht sich die Bank aus der Dynamik des Wachstums im Wirtschaftsraum Augsburg. Unter anderem wachse durch den Zuzug der Uni-Klinik der Bedarf an Wohnraum in der Region gewaltig, „nicht nur für Ärzte und Professoren, sondern auch für medizinisches Personal und Studierende“. Dies werde sich auch beim Konsum und anderen Bedürfnissen des täglichen Lebens bemerkbar machen – auch beim Bankgeschäft.

Im Jahr des 200. Geburtstags von Friedrich Wilhelm Raiffeisen setzt die VR H&G daher weiter auf Präsenz in der Fläche und ihren Charakter als nahbare, in der Nachbarschaft verwurzelte Bank. „Wie alle anderen auch gleichen wir unsere Dienstleistungen an das veränderte, von Digitalisierung geprägte Kundenverhalten an. Aber wir tun weiterhin alles dafür, dass jedem Kunden ein persönlicher Ansprechpartner zur Verfügung steht, wenn man ihn braucht“,
betonten die beiden Vorstände. Dass auf Dauer jeder vorhandene Standort in
der jetzigen Form erhalten werden könne, lasse sich allerdings nicht
garantieren. Nicht zuletzt die umfangreichen, dem Verbraucherschutz
geschuldeten Informations- und Dokumentationspflichten bei Bank- und
Versicherungsgeschäften brächten kleine Standorte an den Rand ihrer
Leistungsfähigkeit. „Die Zeit, die wir dafür benötigen, geht zu Lasten der Zeit für Dienstleistung“, brachte Schneider die Sachzwänge auf den Punkt.

Dass regulatorische Eingriffe auch die Wirtschaftlichkeit der Bank beschädigen, machte Vorstand Reinthaler am Beispiel der europäischen Einlagensicherung deutlich. „Für 2018 müssen wir 272.000 € überweisen, die wir nie wiedersehen. Dass dieser Betrag nicht als Betriebsausgabe anerkannt ist, wie es andere europäische Staaten handhaben, ist nicht nachvollziehbar.“ Solche Belastungen, die wachsenden Anforderungen an Eigenkapital sowie das Anhalten der Niedrigzinsphase werden auf Dauer auch nicht an den Genossen der Bank vorbeigehen, befürchtet er und warnte vorsorglich: „In den kommenden Jahren kann es zu einer Senkung unserer Dividendensätze kommen.“

Mit Blick auf Veränderungen im regionalen Markt, unter anderem durch eine
aktuelle Fusion zweier Genossenschaftsbanken, verwies Georg Schneider auf
die Bedeutung von Identifikation mit der eigenen Bank. Außerdem machte er
am Beispiel der VR H&G die operativen Vorteile und das
„Nachbarschaftswissen“ eines zusammenhängenden Geschäftsgebiets deutlich: „Es darf bei unserer Arbeit nicht nur um Bilanzzahlen gehen. Diese Denkweise hat uns Genossenschaften seit jeher geprägt und von anderen Strategien positiv unterschieden. Daran lassen wir und daran wir nicht rütteln.“

Im Rahmen der Vertreterversammlung würdige Aufsichtsratsvorsitzender Otto
Völk die nunmehr 20-jährige Vorstandstätigkeit von Georg Schneider als
„äußerst erfolgreiches Wirken“. Dies beziehe sich nicht nur auf die stetig gesteigerte Bilanzsumme und die verlässliche Gewinnausschüttung an die Anteilseigner, sondern auch auf die Art und Weise, wie die
Genossenschaftsbank geführt und im Wettbewerb positioniert wird: „Die Spitze muss vorleben, wie die Bank gestaltet wird,“ machte Völk deutlich.

Bei den turnusgemäßen Neuwahlen von Aufsichtsratsmitgliedern wurden
Vorstandsvorsitzender Otto Völk, der stellvertretende Vorsitzende Dr. Johann Popp sowie Walter Raschke, Franz Schmid, Helmuth Schuster und Markus Stöffelmeir wiedergewählt. Die Wahl erfolgte einstimmig.(Geschrieben von Ulrich Pfaffenberger, vmm wirtschaftsverlag)
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