Mittelohrentzündung: Antibiotika nur im Ausnahmefällen

Wer schon einmal eine Mittelohrentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft diese sein kann. Doch was genau löst diese Erkrankung aus und wie behandelt man sie am besten?

Plötzlich einsetzender, stark stechender Ohrenschmerz, Unwohlsein, eine Minderung des Hörvermögens und Ohrenausfluss sind nur einige der zahlreichen Symptome bei einer Mittelohrentzündung. Sie kann entstehen, wenn das Ohr dauerhaft einer starken Belüftung ausgesetzt ist, beispielsweise beim Durchzug, oder im Körper bereits eine Infektion vorhanden ist, wie einer Grippeerkrankung. In 80 Prozent aller Fälle handelt es sich bei der Mittelohrentzündung um eine Folgeerkrankung einer Erkältung oder Grippe. Auslöser ist in diesen Fällen ein Virusinfekt der oberen Luftwege und Schleimhäute. Bei den übrigen 20 Prozent der Fälle wird die Entzündung durch Bakterien verursacht.

Mittelohrentzündung nie selbst behandeln


Wer unter einer akuten Mittelohrentzündung leidet, sollte unbedingt darauf achten, dass beim Duschen oder Baden kein Wasser ins Ohr gelangt. Schon beim geringsten Verdacht auf eine Mittelohrentzündung sollte man zudem einen Arzt aufsuchen. Welcher Hals-Nasen-Ohrenarzt auch kurzfristig noch einen freien Termin hat, lässt sich leicht über Online-Plattformen wie doctolib.de herausfinden, die beispielsweise HNO-Ärzte in Dachau und Umgebung in einer praktischen Übersicht anzeigen. Wird die Entzündung nicht ordentlich behandelt, drohen schwere Gehörschäden. Der Arzt verschreibt in der Regel schmerzstillende Medikamente wie Paracetamol sowie abschwellende Nasensprays und Nasentropfen. Auch schleimlösende Mittel wie Gelomyrtol forte können für Linderung sorgen.

Wann werden Antibiotika nötig?


Bei konsequenter Anwendung sollte die Mittelohrentzündung nach einigen Tagen abheilen. Die Einnahme von Antibiotika wird nur dann nötig, wenn die Entzündung nachweislich durch Bakterien verursacht worden ist. Das stellt der Arzt im Rahmen der Therapie fest, indem er einen Abstrich der Mittelohrschleimhaut entnimmt und diesen auf Bakterien untersucht. Die andere Art der Mittelohrentzündung, die durch Influenzaviren ausgelöst wird, lässt sich dagegen nicht mit Antibiotika behandeln. In beiden Fällen sollten Patienten sich ausreichend schonen und das Ohr so wenig wie möglich kalter Luft aussetzen.

Vorsicht bei Hausmitteln


Dass das Auflegen sogenannter Zwiebel-Säckchen - eins der beliebtesten Hausmittel bei Ohrenschmerzen - die Beschwerden ebenfalls lindern kann, ist wissenschaftlich nicht belegt. Und auch wenn es von vielen Betroffenen als angenehm und schmerzlindernd empfunden wird, ist auch das Wärmen des betroffenen Ohrs mit einer Rotlichtlampe mit Vorsicht zu genießen. Denn das kann das Bakterienwachstum zusätzlich fördern.

Mit einem starken Immunsystem gegen Entzündungen


Da eine Mittelohrentzündung in den meisten Fällen von Vireninfekten verursacht wird, kann man ihr nur sehr schwer vorbeugen. Wer sein Immunsystem unterstützt, kann aber zumindest das Risiko für eine Entzündung im Ohr senken. Und das gelingt am besten mit einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft.


Bildrechte: Flickr Auditory Learner JoanDragonfly CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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