Neue umweltfreundliche und essbare Verpackungsmaterialien aus Nordseealgen


Mit dem Hintergrund der fortschreitenden Umweltverschmutzung ist aktuell die Forschung an Ersatzprodukten für Plastik im vollen Gange. Leider kommt dieser Schritt sehr spät, da schon Millionen Tonnen Plastikmüll auf der Welt verteilt sind, allerdings sind Umweltaktivisten auch froh, dass das Problem der Umweltverschmutzung in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Ein großer Schritt war schon das Verbot von gratis Plastiktüten, dass sich viele Supermärkte und Modeketten auferlegt haben. Nun wird gehofft, dass die Forschung an umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien die Belastung der Umwelt weiter senkt.

Das Projekt, dass vom Alfred-Wegener-Institut in Zusammenarbeit mit der Hochschule Bremerhaven und der Firma Nordsee durchgeführt wird, hat zum Ziel nachhaltige Verpackungslösungen aus Makroalgen für den Lebensmittelhandel zu entwickeln. Somit wären die Verpackungen nicht nur biologisch abbaubar, sondern auch essbar. Ein weiterer Vorteil ist die positive Wirkung der Makroalgen, also des Verpackungsmaterials auf das verpackte Lebensmittel. Die Verpackungen sollen zunächst für den Außerhausverzehr, also für die verschiedenen Lieferdienste und Imbisse entwickelt werden. Ist das Projekt erfolgreich, plant Nordsee, die Verpackungen für die Bestellungen über den Lieferservice und auch im Restaurant zu nutzen.
Es ist äußerst wünschenswert, dass die Forscher Erfolg haben und es bald ein Verpackungsmaterial auf dem Markt gibt, das die Belastung für die Umwelt deutlich senkt. Besonders der Plastikmüll, der zu Großteilen aus Plastiktüten und Verpackungsmaterial besteht, sollte schnellstmöglich auf ein Minimum reduziert werden. Wie schlimm die Müllbelastung des Planeten ist, hat eine kürzlich veröffentlichte Pressemeldung wieder gut vor Augen geführt. Ein internationales Forscherteam hatte Luftbilder vom „Great Pacific Garbage Patch“, einem großen Müllstrudel im Pazifik zwischen Hawaii und Kalifornien, ausgewertet und war zu dem Schluss gekommen, dass die Fläche 16-mal größer ist, als bisher angenommen. Sie soll etwa 1,6 Millionen Quadratkilometer groß sein – das entspricht etwa dem 4,5-fachen der Fläche der Bundesrepublik. Dieser „Pazifikmüllfleck“, der weniger eine Insel und mehr eine Region hoher Mülldichte ist, besteht aus mindestens 80.000 Tonnen Plastik. Dieser Plastik ist, in Kombination mit alten Fischernetzen, die etwa die Hälfte des Mülls ausmachen, eine große Gefahr für die Meeresbewohner und somit auch unseren Lebensmittelkreislauf.
Mit ihrem Projekt hoffen die Forscher, der Verschmutzung des Planeten entgegenzuwirken, indem sie ein nachhaltiges, biologisch-abbaubares Produkt entwickeln, welches Plastik ersetzen kann.
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