Pflegenotstand im Landkreis - Die Pflegestärkungsgesetze

(Foto: unsplash.com.)

In ganz Deutschland wird in diesen Tagen stark über den Pflegenotstand debattiert. Tatsächlich scheint die Lage in vielen Regionen düster zu sein. Doch wie gestaltet sich die Situation in unserer Region und welche Entwicklungen sind in Zukunft noch zu erwarten?
Zwei wichtige Pfeiler

In der Tat scheint die Pflege hierzulande auf schwierigen Pfeilern zu ruhen. Die Pflegeheime, die in der Regel im Blickpunkt der medialen Betrachtung stehen, machen jedoch nur einen kleinen Teil der gesamten Pflege aus. Denn etwa zwei Drittel aller Pflegebedürftigen in Deutschland werden in den eigenen vier Wänden versorgt. Nur auf diese Weise ist es möglich, dass der auf den Pflegeheimen lastende Druck nicht noch weiter zunimmt.

Bereits jetzt wären auch in unserer Region keinesfalls genug Plätze in staatlichen und privaten Pflegeheimen vorhanden. Der Staat ist demnach im Sinne einer flächendeckenden Versorgung auf die häusliche Pflege angewiesen. Folglich war es das Ziel, die Position pflegender Angehöriger durch die Pflegestärkungsgesetze weiter zu unterstützen.

Finanzielle Unterstützung

Eine große Sorge pflegender Angehöriger ist in der Regel die finanzielle Situation. Durch die neue Aufgabe ist es nicht mehr möglich, dem eigenen Beruf im vollen Umfang nachzugehen. So bricht in vielen Fällen der wichtigste Teil des monatlichen Einkommens weg. Mit den Pflegestärkungsgesetzen sollte für eine Entlastung dieser Situation gesorgt werden, die sich jedoch erst langsam einstellt.

Zudem sind viele Pflegebedürftige aufgrund akuter Erkrankungen auf eine längerfristige Betreuung angewiesen. In diesem Fall müssen Fachkräfte abbestellt werden, die sich um die Patienten kümmern. Da nur wenige Familien dazu in der Lage wären, den Lohn einer in Deutschland ausgebildeten Krankenschwester zu stemmen, wachsen immer häufiger ausländische Fachkräfte aus Osteuropa in diese bedeutsamen Rollen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auch auf prosenior-betreuung.de.

Wie sieht die konkrete Hilfe aus?

Im Folgenden möchten wir einen Blick auf einige konkrete Maßnahmen werfen, die zuletzt im Rahmen der Pflegestärkungsgesetze eingeleitet wurden. Den vollen Katalog an individuellen Maßnahmen finden Sie auch auf dieser Seite.

Recht auf Teilzeit

Pflegende Angehörige haben für einen Zeitraum von zwei Jahren das Recht auf Teilzeitarbeit. So muss ihnen der aktuelle Arbeitgeber die Chance gewähren, die Zahl der geleisteten Wochenstunden zu kürzen. Damit soll verhindert werden, dass dieser Personenkreis gänzlich auf ein geregeltes Einkommen zu verzichten hat.

Zusätzliche Urlaubstage

Pro Jahr bietet sich für pflegende Arbeitnehmer zudem die Chance, auf bis zu zehn Tage zusätzlichen Urlaub zurückzugreifen. Damit sollen besonders belastende Situationen in der Pflege besser mit dem Berufsleben vereinbart werden können. Wie viele Tage tatsächlich gewährt werden, ist wiederum von der individuellen Situation abhängig.

Pflegehilfsmittel werden bezahlt

Gleichsam ist zu beachten, dass auch die Pflege selbst für Kosten sorgen kann. In der Vergangenheit war es notwendig, dass Angehörige diese selbst tragen. Inzwischen bietet sich die Gelegenheit, pro Monat zusätzliche Leistungen im Wert von 40 Euro zu erhalten. Damit soll das für die Pflege notwendige Material leichter finanziert werden können.

Tatsächlich setzen die neuen Gesetze demnach an wichtigen Punkten an. Doch der kritische Blick auf die Lage der Dinge zeigt auch, dass noch kein zufrieden stellendes Niveau erreicht werden konnte. Stattdessen wird es in den kommenden Jahren weiter von Bedeutung sein, sich um die wichtigen Grundlagen der häuslichen Pflege zu kümmern. Denn nicht zuletzt aufgrund der alternden Gesellschaft werden mehr und mehr Menschen mit diesem Thema in Kontakt kommen. Nur unter der Voraussetzung, dass bereits frühzeitig die Weichen für pflegende Angehörige gestellt werden können, um einen wichtigen Beitrag für ihre Entlastung zu sorgen, lässt sich diese Situation überhaupt bewältigen. Die Pflegestärkungsgesetze sind in diesem Kontext vor allem ein Schritt in die richtige Richtung, der jedoch dringend notwendig war, um einen positiven Einfluss auf die Pflege an sich zu nehmen.
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