Schwacher Dollar: Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft

Je stärker der Euro, desto besser für Deutschland und andere Euroländer – sollte man meinen. Allerdings ist es nicht immer von Vorteil, wenn eine andere Währung gegenüber der gesamteuropäischen Währung abfällt. Und obwohl ein schwacher Dollar für Europäer bedeutet, dass sie im USA-Urlaub günstig shoppen können, sollten sie sich nicht zu früh freuen. Denn ein schwacher Dollar hat durchaus auch Auswirkungen auf die hiesige Wirtschaft – und die sind nicht immer rosig. Dieser Artikel klärt auf.

Auswirkungen auf Aktienkurse

Auch die Börse bekommt ein Absinken des Dollars immer zu spüren, denn viele deutsche Firmen haben einen großen Absatzmarkt in den USA. Wird die Kaufkraft dieser Kunden geringer, sinkt letzten Endes auch der Wert der Firmenaktie. Sind mehrere solche Aktien zu einem Index zusammengefasst, kann auch dieser darunter leiden. Selbst am Indexhandel geht ein Absinken des Dollars also nicht spurlos vorbei. Investoren stimmt es daher nicht gerade glücklich, dass die Vereinigten Staaten unter Trump überlegen, von ihrer Politik des starken Dollar abzuweichen.

Schwacher Dollar soll Möglichkeiten eröffnen

Diese neue Idee folgt dem Räsonnement, dass hierdurch dem Handel mit anderen Ländern Türen eröffnet werden sollen. Ist der Dollar schwach, so das Argument, floriert der Export, andere Länder kaufen lieber bei den USA ein und das kommt der amerikanischen Wirtschaft letztendlich zugute. Ein konträrer Kurs zu dem, den die US-amerikanische Politik bis dahin beibehalten hatte. Er legte den Fokus stärker auf das Geld der Investoren, das bei einem starken Dollar in die amerikanischen Staatskassen floss. Nun sind diese Investoren scheinbar zweitrangig geworden: Die Regierung Trump setzt lieber auf den Handel.

Mehr Export – weniger Import

Dass ein schwacher Dollar steigende Exportgeschäfte zur Folge haben würde, könnte stimmen. Schließlich würden dadurch amerikanische Produkte erschwinglicher für ausländische Kunden. Für Importe gilt allerdings genau das Gegenteil und auch Deutschland wäre hiervon stark betroffen: Je billiger der Dollar, desto teurer sind im Umkehrschluss die deutschen Produkte für die Amerikaner. Die Folge: Immer weniger US-Bürger können oder wollen sich diese Produkte leisten. Dabei bilden die USA immer noch den größten ausländischen Absatzmarkt der Bundesrepublik und spülen somit gehörig Geld in die deutschen Kassen.

Große Marken betroffen

Die Verlierer dieser neuen Politik sind auch in Deutschland gut bekannt. Unter anderem würden unter einem schwachen Dollar vor allem die Deutsche Telekom und Medizintechniker Fresenius leiden; aber auch Automarken wie Daimler oder Softwarehersteller wie SAP müssten starke Gewinnrückgänge verzeichnen. Das Interessante dabei ist: Häufig sind diese Auslandsgeschäfte für die Firmen sogar von größerer Relevanz als der Markt in Deutschland selbst. Besonders bezeichnendes Beispiel ist wohl die Sportkleidungsmarke Adidas, die in den USA mehr als dreimal so viel Umsatz erzielt wie in Deutschland selbst. Was geschieht wohl mit der Firma, wenn dieser Umsatz plötzlich unwiederbringlich wegfällt? Experten sind der Meinung, dass nicht einmal das Geschäft mit China dieses Defizit ausgleichen könnte, obzwar das Reich der Mitte ebenfalls ein starker Abnehmer deutscher Produkte ist.

Wie weit die USA mit ihrem Kurs des schwachen Dollar gehen und wie weitreichend die Folgen für die deutsche Wirtschaft letztendlich sind, bleibt nun abzuwarten.
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