Videobewerbung – Arbeitgeber vor der Kamera überzeugen

Der technische Fortschritt macht auch vor der Jobsuche nicht halt. Schon seit langem schicken Bewerber ihre Unterlagen nicht mehr per Post ein, sondern laden sie auf der Webseite des Arbeitgebers hoch. Seit einigen Jahren werden auch immer öfter Instrumente wie Online-Persönlichkeitstests in den Bewerbungsprozess eingebaut. Erst seit Kurzem entwickelt sich die Videobewerbung zum Trend, da Unternehmen nach neuen Wegen suchen, die Generation der Digital Natives für sich zu gewinnen. Ihren Anfang nahm diese Entwicklung wie so oft in den USA. Mittlerweile ermutigen auch hierzulande viele Firmen ihre Bewerber dazu, kurze Filme einzuschicken, in denen sie ihre Persönlichkeit präsentieren. Das hat auch für die Recruiter Vorteile, denn sie können sich auf diese Weise viel besser ein Bild vom Charakter des Bewerbers machen, als bei der Lektüre eines Anschreibens.

Videobewerbung – Jobsuche für Faule?

Wer jetzt denkt, die Videobewerbung sei eine prima Abkürzung zum Job, der wird enttäuscht sein. Nein, die Schreibarbeit kann er sich trotzdem nicht sparen. Arbeitgeber erwarten im Rahmen des Bewerbungsprozesses trotzdem aussagekräftige Unterlagen. Zumindest der Lebenslauf wird wohl auch in der hippsten Personalabteilung verlangt. Das Bewerbungsvideo ist also eher eine Fleißarbeit, mit der sich Job-Interessenten von der Masse abheben können und einen starken Eindruck hinterlassen können. Da hinter einem gut gemachten Bewerbungsvideo einiges an Aufwand steckt, ist diese Form der Bewerbung eher nichts für Arbeitsscheue.

Genau wie beim Bewerbungsgespräch: Das richtige Outfit zählt

Erster Schritt bei der Vorbereitung des Videos ist die Wahl der richtigen Kleidung. Ebenso wie beim Vorstellungsgespräch sollte diese den Gepflogenheiten des Arbeitgebers angepasst sein. Andererseits sollte sich der Bewerber darin wohlfühlen. Auch wenn das Unternehmen keinen strengen Dresscode hat, ist für den ersten Eindruck oft eher Business Casual angebracht als Jeans und Turnschuhe. In jedem Fall ist es sinnvoll, sich im Vorfeld ein wenig über die Erwartungen des Arbeitgebers zu informieren.


Ein Drehbuch schreiben

Es muss nicht gleich ein oscarreifes Skript sein, aber es ist wichtig, sich vorab einige Gedanken über den Inhalt des Videos zu machen. Vor allem der Einstieg und der Schluss sollten wohl überlegt sein, denn sie bleiben am stärksten im Gedächtnis des „Publikums“. Das Video sollte auf keinen Fall zu lange geraten, nach höchstens zwei Minuten sollte Schluss sein. Ähnlich wie beim Anschreiben muss also überlegt werden, was in diesem begrenzten Zeitrahmen vermittelt werden soll. Aussagen sollten entsprechend kurz und präzise formuliert sein.

Die richtige Kulisse finden

Schmutzige Unterwäsche im Hintergrund kann ebenso schnell das aus für die Bewerbung bedeuten wie Baustellenlärm, der den Text des Videos übertönt. Deshalb ist es besonders wichtig, einen passenden Ort für den Dreh auszusuchen. Idealerweise sollte im Hintergrund nichts vom Bewerber ablenken, denn um ihn geht es schließlich in dem Film. Neben einer ruhigen Umgebung ist auch eine klare, deutliche Aussprache besonders wichtig.

Mit diesen Grundlagen kann im Grunde genommen jeder mit einem Smartphone eine überzeugendes Bewerbungsvideo erstellen. Bei einer Bewerbung auf einen gehobenere Stelle kann es aber sinnvoll sein, einen Profi zu beauftragen statt den Selfie-Stick zu schwingen. Im übrigen gilt: Lächeln, selbstbewusst aber nicht überheblich auftreten und kreativ sein. Dann macht das Bewerbungsvideo den richtigen Eindruck in der Personalabteilung.
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