Vorläufige Bilanzzahlen 2017: Gutes Jahr für die Kreissparkasse Augsburg

Vorstand der Kreissparkasse Augsburg (von links): Horst Schönfeld (stv. Vorstandsvorsitzender), Richard Fank (Vorstandsvorsitzender) (Foto: Kreissparkasse)

Auch im vergangenen Geschäftsjahr ist es der Kreissparkasse Augsburg gelungen, die anhaltenden Herausforderungen des Marktumfelds gut zu bewältigen. Das Erfolgsrezept: großes Vertrauen der Kunden, Qualität in Beratung und Service, die Digitalisierung der Geschäftsprozesse sowie ein konsequentes Kostenmanagement.

Die gesetzlichen Vorgaben steigen, die Zinsen befinden sich auf historisch niedrigem Niveau und die Digitalisierung schreitet rasant voran – das ist das Umfeld, in dem sich die Finanzbranche seit Jahren bewegt. Die Folge: Während die administrativen Aufwände steigen, sind im normalen Kundengeschäft nur noch geringere Erträge zu erzielen. Dass die Kreissparkasse darauf passende Antworten gefunden hat, zeigen die vorläufigen Geschäftszahlen für das Jahr 2017.

Die Bilanzsumme belief sich zum Jahresende 2017 auf 3.446 Millionen Euro und lag damit um rund 76 Mio. Euro bzw. 2,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Grund dafür sind kurzfristige Großeinlagen institutioneller Kunden, die zum Jahreswechsel 2016 getätigt worden waren und für einen Sondereffekt gesorgt hatten.

2017 betrugen die Gesamteinlagen 2.615 Millionen Euro – rund 44 Mio. Euro bzw. 1,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch hier wirkte sich der Sondereffekt aus. Der Großteil der Einlagen stammt mit 2.138 Millionen Euro (Vorjahr: 2.066 Millionen Euro, also plus 72 Millionen Euro) von Privatpersonen. Privatpersonen bringen ihr Geld trotz historisch niedriger Zinsen weiterhin zur Bank und zeigen damit ihr Vertrauen in die Kreissparkasse; statt in Sparanlagen belassen sie ihr Vermögen allerdings lieber auf onlinefähigen Geldmarktkonten oder gleich auf dem Girokonto, auf die sie flexibler zugreifen können. Unternehmen und Kommunen hingegen bauen ihre Bankguthaben – auch wegen der Verwahrentgelte – ab und tätigen damit Investitionen.

Das Kreditgeschäft ist angesichts des niedrigen Zinsniveaus weiter gewachsen: 2.663 Millionen Euro hatte die Kreissparkasse Augsburg zum Jahres-ende 2017 an ihre Kunden ausgeliehen. Das entspricht einem Wachstum um 65 Millionen Euro bzw. 2,5 Prozent. Die Ausleihungen an Privatpersonen blieben mit 1.093 Millionen Euro auf nahezu unverändert hohem Niveau (Vorjahr: 1.099 Millionen Euro). Bei den Ausleihungen an Unternehmen und Selbstständige macht sich Investitionsfreudigkeit der heimischen Wirtschaft bemerkbar: Sie stiegen – auch wegen großer Projektfinanzierungen – um 6,3 Prozent auf 1.521 Millionen Euro (Vorjahr: 1.431 Millionen Euro). Bemerkenswert ist dieses Wachstum deshalb, weil aufgrund des niedrigen Zinsniveaus hohe Sondertilgungen getätigt wurden.

Langfristige Wohnbaukredite sind ein wesentlicher Bestandteil des Kreditgeschäfts der Kreissparkasse. In den vergangenen Jahren sind die Immobilien-preise in der Region stark gestiegen. Die Nachfrage von Privatleuten und Unternehmen ist ungebrochen hoch, insbesondere nach Finanzierungen mit lan-gen Zinsfestbindungen. Die Kreissparkasse findet für ihre Kunden die günstigste Finanzierung und bindet dabei verstärkt Verbundpartner wie die LBS und die Versicherungskammer ein. Zusätzlich wurden zum Nutzen der Kunden zinsgünstige staatliche Fördermittel in Höhe von 81 Millionen Euro (Vorjahr: 70 Millionen Euro) in die Finanzierungen eingebunden. Eigene Darlehensauszahlungen für den Wohnbau verzeichneten im Jahr 2017 einen Rückgang von rund 32 Millionen Euro auf 262 Millionen Euro. Das Vermittlungsvolumen an Wohnbaudarlehen hingegen stieg um 57 Prozent auf 37,6 Millionen Euro. „Bei der Finanzierung und Vermittlung von Immobilien gilt die Kreissparkasse in der Region Augsburg oft als erste Anlaufstelle“, so der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Horst Schönfeld. „Neben der Vermittlung von privaten Objekten, war im vergangenen Jahr vor allem unsere Expertise bei der Vermittlung gewerblicher Objekte gefragt.“

Der Immobilienmarkt ist gekennzeichnet von hoher Nachfrage und geringem Angebot. In diesem angespannten Markt konnte die Kreissparkasse ihre Er-fahrung und Kompetenz ausspielen und das Top-Ergebnis des Vorjahres übertreffen: Das ImmobilienCenter vermittelte im Jahr 2017 188 Objekte (Vorjahr: 181) im Wert von rund 58,9 Millionen Euro (Vorjahr: 57,7 Millionen Euro) und belegt damit Platz zehn bei den 65 bayerischen Sparkassen.

Der Bilanzgewinn wird sich etwa auf 3,5 Millionen Euro belaufen (Vorjahr: 3,2 Millionen Euro).

Die Gesamtkapitalquote beträgt 15,6 Prozent (Vorjahr: 15,1 Prozent). Damit erfüllt die Kreissparkasse die aufsichtsrechtlichen Eigenkapitalanforderungen nach Basel III, die laufend steigen.

Strategie geht auf

„Mit der Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse gewinnen wir an Effizienz und mit zusätzlichen digitalen Services richten wir uns an den veränderten Ansprüchen vieler Kunden aus“, so der Vorstands-vorsitzende Richard Fank. „In Kombination mit einem konsequenten Kostenmanagement, hoher Qualität in der Beratung und vertrauensvollen Kundenbeziehungen gelingt es uns ganz gut, angesichts der schwierigen Marktverhältnisse erfolgreich zu sein.“

Die Kreissparkasse betreibt ein Netz von 25 Geschäftsstellen im Landkreis und in der Stadt Augsburg. Im vergangenen Jahr wurden die Geschäfts-stellen in Leitershofen (gemeinsam mit der Augusta Bank) und in der Parkstraße in Neusäß zu Selbst-bedienungsstellen umgewandelt. In Neusäß richtete die Kreissparkasse zum Jahresanfang 2018 ein er-weitertes KundenCenter ein und bietet nun neben dem telefonischen Service auch telefonische Beratung sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden an, das sehr gut angenommen wird. „Die Kun-den möchten über unterschiedliche Wege mit der Kreissparkasse in Kontakt treten: digital, mobil und telefonisch – und zwar flexibel je nach Situation und konkretem Anlass“, so Fank. „Und sie erwarten auf jedem Kanal das gewohnte Spektrum an Dienstleistungen in der gewohnten Qualität. Die telefonische Beratung ist unser neuestes Angebot, auf Wunsch auch mit der Möglichkeit, dass Kunde und Berater während des Gesprächs online auf gleiche Dokumente zugreifen.“ Telefonischen Service bietet die Kreissparkasse rund um die Uhr an sieben Ta-gen die Woche an – auch an Feiertagen. Die telefonische Beratung ist von 8 Uhr bis 19 Uhr möglich.

Verantwortung für Menschen

Im Jahr 2017 unterstützte die Kreissparkasse gemeinnützige Einrichtungen und Projekte in der Region erneut mit einer Summe von 223.000 Euro. Insgesamt wurden 235 (Vorjahr: 208) verschiedene Maßnahmen ausgewählt und mit Spenden bzw. Sponsoring gefördert. Mit einem verwalteten Stiftungsvolumen von ca. 6 Millionen Euro bei der eigenen Stiftergemeinschaft und ca. 11 Millionen Euro bei drei weiteren verwalteten Stiftungen sorgt die Kreissparkasse dafür, dass langfristig Werte in der Region erhalten bleiben. Über ihr nachhaltiges Engagement berichtet die Kreissparkasse detailliert in ihrem mittlerweile dritten Nachhaltigkeitsbericht, der zur Jahresmitte erscheinen wird.

Zum Jahresende beschäftigte die Kreissparkasse 544 Mitarbeiter, darunter 36 Auszubildende. „Durch die Digitalisierung ist die Kreissparkasse viel effizienter geworden“, so Fank. „Wir beschäftigen heute ein Drittel weniger Mitarbeiter als noch vor zehn Jahren und machen deutlich mehr Geschäft. Die Bilanzsumme legte in diesem Zeitraum um ein Drit-tel zu, die Einlagen um 23 Prozent, die Ausleihungen um 43 Prozent.“ Trotz dieser Entwicklung sucht die Kreissparkasse Nachwuchskräfte. „Unser Beruf hat sich verändert, aber eines ist gleich geblieben: Wer Freude daran hat, Menschen zu beraten, ist bei uns an der richtigen Stelle und hat gute Perspektiven für die Zukunft.“ (pm)
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