Warum wir immer wieder Gegenstände verlieren

Eben noch in der Hand gehabt, plötzlich verschwunden: Mehrmals im Jahr verliert jeder Mensch Gegenstände wie Hausschlüssel, Portemonnaie, Handy, Taschen oder Kleidung. Das ist völlig normal, denn ohne Vergesslichkeit wäre das Gehirn überlastet.

Vergesslichkeit gehört dazu

Schusseligkeit liegt in den Genen. Das zumindest haben Psychologen der Universität Bonn nachgewiesen. Wer eine bestimmte Variante eines Gens besitzt, ist leichter ablenkbar. Die mangelnde Aufmerksamkeit führt wiederum dazu, dass man schneller Sachen liegen lässt oder vergisst. Man spricht aber nicht von einem Gendefekt oder -fehler. Es ist vielmehr eine individuelle Eigenschaft der Person.

Darüber hinaus räumt das Gehirn sein Gedächtnis auf. Es sortiert Wichtiges und Unwichtiges, wobei die unwichtigen Dinge schneller aus der verfügbaren Erinnerung gelöscht werden. Beim Vorsortieren entscheidet das Gehirn auch manchmal, bestimmte Dinge gar nicht erst abzuspeichern. Wer gerade sehr viel Wichtiges im Kopf hat, wird deshalb die Ablage des Schlüssels oder Handys als so unwichtig einstufen, dass die Information, wo der Gegenstand hingelegt wurde, gar nicht erst ihren Weg ins Gedächtnis findet. Die Folge: Wir legen den Gegenstand ab und haben prompt vergessen, dass wir das getan und wo wir es getan haben. Das Gleiche ist oft der Fall bei Gewohnheitshandlungen, über die wir im Alltag nicht mehr nachdenken.

Dass Schusseligkeit zu einem großen Teil in den Genen liegt, bedeutet jedoch nicht, dass man nichts dagegen unternehmen kann. Auch soziale Umweltfaktoren spielen eine wichtige Rolle bei der Ausprägung der Schusseligkeit. Und genau hier kann der Mensch sehr gut eingreifen.

Vorbeugen ist möglich

Schlafentzug ist ein einflussreicher Faktor auf die Schusseligkeit eines Menschen. Wenn man schläft, beginnt das Gehirn, Daten zu sortieren, zu löschen oder sicherer zu speichern. Wer zu wenig schläft, überbeansprucht seine kognitiven Fähigkeiten. Die Folge: Das Gehirn arbeitet langsamer, man ist weniger aufmerksam und macht mehr Fehler beim Sortieren der Informationen. Man denkt emotional statt logisch. Ausreichend Schlaf ist also eine wichtige Maßnahme, um schusseligem Vergessen vorzubeugen.

Unordnung ist ein weiterer Faktor, auf den man Einfluss nehmen kann. Wer für Schlüssel, Handy oder Portemonnaie keinen festen Platz hat, wird sie immer "irgendwo" ablegen. Dass man sie dann häufig sucht, ist logisch. Wichtige Gegenstände und solche, die man immer wieder verlegt, sollten daher einen festen Stammplatz haben.

Merkzettel, Erinnerungen und To-do-Listen sind eine weitere Maßnahme, um der Schusseligkeit entgegenzuwirken. Wer Angelegenheiten wie Termine und Daten notiert, hat sie aus dem Kopf. Das Gehirn hat dadurch mehr Freiraum, um sich in voller Funktion um andere Dinge zu kümmern.

Was, wenn doch etwas verloren geht?

Der Schusseligkeit kann man in einem gewissen Maß entgegenwirken, ganz davor gefeit ist allerdings niemand. Geht eine Sache verloren, kann man verschiedene Taktiken nutzen, um sie wiederzufinden. Zum einen kann man andere bei der Suche um Hilfe bitten. Sogar Wahrsager und Hellseher wie die von Viversum beraten einen mittlerweile dabei, verlorene Dinge wiederzufinden. Wer dringend etwas sucht, sollte sich davon nicht aus der Ruhe bringen lassen. In Hektik verliert der Mensch schnell die Klarheit. Das führt dazu, dass man an unlogischen Orten nach den verlorenen Dingen sucht oder mehrere Male denselben Ort aufsucht. Mit Ruhe gelangt man eher zum Ziel, denn dann kann man gezielt das Erinnerungsvermögen aktivieren.

Um sich zu erinnern ist es hilfreich, an die Emotion oder Gedanken zu denken, die man zuletzt mit dem verlorenen Gegenstand hatte. Man kann auch überlegen, wo man diesen Gegenstand das letzte Mal verloren hat. Oft legen wir Gegenstände unbewusst an den gleichen Plätzen ab. Ist eine Sache eben erst verschwunden, dreht man am besten die Zeit Stück für Stück zurück. Dabei ruft man sich vor Augen, wo genau man eben war und was man dort getan hat. Ist die Sache nicht an diesem Ort, geht man die Zeit weiter zurück. Lässt sich eine Sache nicht finden, hilft es auch, eine Nacht darüber zu schlafen. Wer direkt vor dem Einschlafen an den verlorenen Gegenstand denkt, aktiviert das Unterbewusstsein. Im besten Fall hat man am darauffolgenden Morgen eine Erinnerung oder zumindest eine Idee, wo man suchen sollte.



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