Was man bei einer Anlage in Gold und andere Edelmetalle beachten sollte

(Foto: © Ravital/shutterstock)

Gold ist eine beliebte Kapitalanlage und wird gerade in Krisenzeiten als besonders sicher angesehen. Aufgrund der langfristig stabilen Kurse bieten v.a. Gold, Silber und Palladium einen vergleichbar sicheren Schutz vor Wirtschaftskrisen oder einer Inflation. Wer einen Teil seines Vermögens in Gold und andere Edelmetalle anlegen möchte, sollte sich vorher darüber informieren, wie ihr Wert zustande kommt, was aus steuerlicher Sicht relevant ist und welcher Anlagenmix sinnvoll sein kann.

Woraus ergibt sich der Goldwert?

Wie bei anderen Wirtschaftsgütern auch wird der Goldwert in erster Linie von der Nachfrage bestimmt. Gold hat sich im Lauf der Jahrtausende als sichere und vertrauenswürdige Anlage bewährt. Doch neben dem ideellen Wert ist der Rohstoff auch in der Industrie sehr gefragt. Sowohl in der Schmuck- als auch in der Elektronikbranche wird Gold aufgrund seiner natürlichen Eigenschaften (schöner Glanz, Korrosionsbeständigkeit, gute Leitfähigkeit) sehr geschätzt.
Dabei sollten Anleger beachten, dass der Grammpreis bei großen Barren niedriger ist als bei kleinen Barren oder Münzen. Letztere bieten allerdings den Vorteil, dass man unkompliziert nur einen kleinen Teil der Anlage verkaufen kann, was bei sehr großen Barren schwieriger sein dürfte.

Steuerliche Vorteile von Edelmetallen

Beim Handel mit dem natürlichen Rohstoff Gold ist unter bestimmten Voraussetzungen keine Mehrwertsteuer fällig:
• Dies gilt bei Barren ab einer Reinheit von 99,5 %.
• Bei Goldmünzen genügt ein Anteil von mindestens 90 %. Zusätzlich müssen sie nach dem 18. Jahrhundert geprägt worden sein. Der Münzwert darf den Wert des Goldes um maximal 80 % übersteigen.
• Der Gewinn ist bei der Einkommenssteuer nicht zu berücksichtigen, wenn seit dem Ankauf mindestens zwölf Monate vergangen sind. Bei einem Weiterverkauf innerhalb des ersten Jahres gilt eine Freigrenze in Höhe von 600 Euro.
Für den Handel mit Silber gilt diese Regelung allerdings nicht. Es fällt entweder eine Mehrwertsteuer von 19 % an oder eine Einfuhrumsatzsteuer von 7 % bei einem Ankauf aus dem Ausland. Wird international erworbenes Silber in Deutschland weiterverkauft, gelten die Vorschriften der Differenzbesteuerung.

Sinnvoller Anlagenmix

Anders als bei Aktien oder anderen langfristigen Wertanlagen erhalten Anleger keine Dividenden oder Zinsen. Wenn der Goldkurs aufgrund einer sinkenden Nachfrage fällt, ist sogar ein Wertverlust möglich. Allerdings hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass Gold gerade in Krisenzeiten (Inflationsangst, politische Unruhen, z.B. aufgrund von wichtigen Wahlen, Wirtschaftskrisen usw.) eine besonders hohe Nachfrage hat.
Aktienkurse können stark fallen, wenn beim zugehörigen Unternehmen beispielsweise eine Insolvenz droht. Vor allem, wenn andere Kurse einbrechen, gilt Gold als sicherer Hafen. Experten raten daher dazu, bei jeder größeren Kapitalanlage einen gewissen Teil (ca. 10 bis 15 %) in Form einer Goldanlage abzusichern (Stichwort: Risikostreuung). Weitere detailliertere Informationen zum Thema Goldanlage sind hier zu finden. Dort wird u.a. beschrieben, wie und zu welchem Zeitpunkt eine Investition zu tätigen ist.
Natürlich spielen bei einer Wertanlage v.a. die persönlichen Absichten und Ziele des Anliegers eine zentrale Rolle. Möchte sich ein Arbeiter im mittleren oder fortgeschrittenen Alter seinen Ruhestand absichern, bevorzugt er vermutlich eher eine möglichst stabile Kapitalanlage wie etwa Gold. Ein Jungunternehmer, der schnell auf große Gewinne hofft, setzt vielleicht eher auf Bitcoins oder riskante Investmentfonds, sog. Hedgefonds.

Sichere Lagerung von Edelmetallen

Größere Mengen sollte man in einem Bankschließfach lagern, was allerdings mit laufenden Kosten verbunden ist. Wer den natürlichen Rohstoff zu Hause aufbewahren möchte, sollte auf einen Safe setzen und sich im Fall eines Einbruchs durch eine entsprechende Versicherung schützen.


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