Welche Versicherungen sind für Fahranfänger sinnvoll?

Als jugendlicher Fahrer das beste Versicherungsmodell zu finden, ist gar nicht so einfach. Viele Jugendliche lassen die Versicherung ihres Autos als Zweitwagenversicherung über ihre Eltern laufen. Doch es gibt auch Policen speziell für Fahranfänger.

Fahranfänger, noch dazu im jugendlichen Alter, sind eine Risikogruppe für Versicherungen, verursachen sie doch statistisch gesehen häufiger Unfälle als Versicherte mit jahrelanger Fahrpraxis. Alle, die zum ersten Mal ein eigenes Auto anmelden, müssen bei der ersten eigenen Versicherung deshalb einen Preisaufschlag hinnehmen. Denn sie werden automatisch in die Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) 0 eingestuft, da sie noch keine Fahrpraxis besitzen, und müssen höhere Versicherungsbeiträge zahlen. Welche Möglichkeiten haben Fahranfänger, diese hohen Beiträge zu umgehen?

Die Zweitwagenversicherung der Eltern

Wenn man sein Fahrzeug auf den Namen der Eltern anmeldet, kommt einem das finanziell zugute. Bei der Versicherung läuft das Auto dann als Zweitwagen von Mama und Papa und wird direkt in die SF-Klasse ½ eingestuft. Der Fahranfänger muss dann nur noch 70 bis 90 Prozent des Beitragssatzes zahlen.

Telematik-Tarife

Die sogenannten Telematik-Tarife ermitteln den individuellen Beitragssatz in Abhängigkeit vom Fahrstil des Versicherten. Fahranfänger können hierbei mit einer ruhigen und sicheren Fahrweise punkten, denn für den Versicherungsbeitrag werden Beschleunigungs- und Bremsverhalten sowie die Geschwindigkeit ausgewertet. Statt also alle Fahranfänger in eine einheitliche Tarifklasse zu stecken, werden vorsichtige Fahrer mit niedrigeren Beiträgen belohnt. Eine günstige Versicherung, die auch einen Telematik-Tarif anbietet, ist CosmosDirekt.

Eine SF-Klasse übernehmen

Wenn der Fahranfänger regelmäßig ein bestimmtes Auto fährt und zum Eigentümer des Fahrzeugs ein Verwandtschaftsverhältnis ersten Grades besteht, kann er dessen SF-Klasse übernehmen. Hat der Eigentümer allerdings einmal seine SF-Klasse abgegeben, kann dies nicht mehr rückgängig gemacht werden. Diese Möglichkeit lohnt sich in der Regel nur, wenn der Fahranfänger seinen Führerschein schon einige Jahre besitzt. Denn ihm können nur so viele unfallfreie Jahre angerechnet werden, wie er selbst bereits fährt. Liegt der Führerscheinerwerb des Fahrneulings beispielsweise drei Jahre zurück, können ihm auch nur drei unfallfreie Jahre auf den Beitragssatz angerechnet werden, obwohl der Eigentümer des Autos eventuell länger unfallfrei war. Der restliche Zeitraum verfällt.

Führerschein mit 17

In Deutschland gibt es seit einigen Jahren das Modell des Führerscheins mit 17. Fahranfänger können ihre Prüfung schon mit 17 Jahren ablegen, dürfen danach aber ein Jahr lang nur in Begleitung eines erfahrenen Fahrers ans Steuer. Dieser muss mindestens fünf Jahre Fahrerfahrung vorweisen und mindestens 30 Jahre alt sein. Versicherungsanbieter rechnen den jungen Führerscheininhabern dieses Praxisjahr oft durch einen günstigeren Beitrag an.

Sparen mit dem richtigen Auto

Der Versicherungsbeitrag hängt nicht nur von der persönlichen Unfallstatistik ab, sondern auch vom Fahrzeugtyp. Hier kommt die sogenannte Typklasse des Autos ins Spiel. Wird das Fahrzeugmodell statistisch oft in Unfälle verwickelt oder gestohlen, erhöht sich der Versicherungsbeitrag. Deshalb ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf über die Typklasse des Autos zu informieren und, wenn möglich, auf ein typisches Fahranfängerfahrzeug zu verzichten.


Bildrechte: Flickr Führerschein Jeena Paradies CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.