2000 Polizisten im Einsatz: Augsburg bereit für ein ereignisreiches Wochenende

Bereit für den Großeinsatz am Wochenende (von links): OB Kurt Gribl, Polizeipräsident Michael Schwald und Polizeivizepräsident Norbert Zink stellten die Maßnahmen rund um die geplanten Kundgebungen und den AfD-Parteitag vor. Foto: Markus Höck

Augsburg - Kundgebungen, Demonstrationszüge und dazu ein Bundesparteitag der AfD: Am kommenden Wochenende müssen sich die Augsburger und Besucher der Stadt auf einige Einschränkung einstellen - und möglicherweise auch auf ein bisschen Aufregung.

Was der Fuggerstadt am Samstag und Sonntag bevorsteht, ist "nicht mit dem G7-Gipfel auf Schloss Elmau oder dem G20-Gipfel in Hamburg zu vergleichen". Mit dieser deutlichen Feststellung wehrt Polizeivizepräsident Norbert Zink in einer eigens wegen des anstehenden Wochenendes anberaumten Pressekonferenz die wiederholten Spekulationen über einen massiven Auftritt von gewaltbereiten Linksextremisten ab. Nach aktuellen Erkenntnissen erwartet die Polizei eben keine 1000 Vertreter aus dem sogenannten Schwarzen Block. Im Gegenteil: Die Mobilisierung in der linken Szene über das Internet ist laut Zink auf den süddeutschen Raum beschränkt. Trotzdem gibt die Polizei keine völlige Entwarnung, sieht gleichzeitig aber auch keinen Grund für übertriebene Panikmache. Geschäftsleuten, die in den vergangenen Tagen bei der Polizei um konkrete Verhaltenstipps angefragt hatten, habe man nicht geraten, die Läden zuzusperren und zu verbarrikadieren. "Bleiben Sie wachsam", lautet Zinks Ratschlag. Sollte wirklich etwas vorfallen, könnte die Polizei schnell eingreifen, denn das Sicherheitskonzept für Samstag und Sonntag setzt auf eine massive Präsenz von Beamten. Insgesamt 2000, teilweise aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei ausgeliehen, werden im Einsatz sein. "Unser gemeinsames Ziel ist, Augsburg als friedliche und sichere Stadt zu bewahren", erklärt Polizeipräsident Michael Schwald.

Auslöser für die Aufregung ist der zweitägige Bundesparteitag der AfD, der in der Schwabenhalle auf dem Messegelände stattfindet. Erwartet werden dort laut Polizei 600 Delegierte, 500 Gäste - und rund 300 Medienvertreter.

Als Zeichen des Protestes haben das Bündnis für Menschenwürde und der DGB Demonstrationszüge angemeldet, die sich auf dem Rathausplatz zu einer gemeinsamen Kundgebung treffen. Die Veranstalter haben 3000 Teilnehmer angekündigt. "Ob es wirklich so viele werden oder dann doch weniger kommen, können wir nicht beurteilen", so Zink. Zusätzlich hat mittlerweile der Pegida-Ableger aus München ebenfalls Kundgebungen für Samstag und Sonntag angemeldet. Die Pegida will diese in der Kurzen Bahnhofstraße, also direkt neben dem Königsplatz abhalten. In Gesprächen mit den Veranstaltern wurde nach Auskunft der Stadt Augsburg zumindest eine zeitliche Entzerrung zum Protestzug des Bündnis für Menschenwürde erreicht, der auch am Königsplatz vorbeiführt.

"Unser Ziel ist, dass alle friedlichen Versammlungen durch uns geschützt werden", sagt Zink. Gleichzeitig werde man gegen Störer und Straftäter mit einer "niedrigen Einschreitschwelle" vorgehen. Die Polizei werde ihre Maßnahmen so darstellen, dass "wir in der breiten Masse auch Verständnis finden", erklärt Zink weiter.

Auf Verständnis hoffen auch Stadt und Stadtwerke: Wegen der Veranstaltungen müssen sich Autofahrer auf einige Straßensperrungen einstellen. So ist etwa die Friedrich-Ebert-Straße gesperrt, ebenso die B 17-Abfahrt zur Messe. Während der Demonstrationen werden abschnittsweise immer wieder einzelne Straßenzüge dicht gemacht. Der Tipp der Polizei: "Kommen Sie am Samstag nicht mit dem Auto nach Augsburg."

Auch mit Bus und Tram kann es am Samstag schwierig werden. Der Königsplatz etwa ist ab 11 Uhr bis in den Nachmittag hinein komplett gesperrt. Aber Stadtwerke-Sprecher Jürgen Fergg versichert: "Wir tun alles, um den Nahverkehr aufrecht zu erhalten." So werden unter anderem Straßenbahnen durch Busse ersetzt, um möglichst flexibel reagieren zu können.

Bei aller Aufregung: Die Augsburger sollen "nicht jede Verunsicherung annehmen, die von außen eingetragen wird", warnt OB Kurt Gribl vor Panikmache. Er schließt sich dem Ratschlag der Polizei an: "Bleiben Sie wachsam." (
Von Markus Höck)
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