Augsburger Staatsanwaltschaft hält Wiederaufnahme im "Mordfall Böhringer" für unzulässig

Benedikt T. soll 2006 aus Habgier seine Tante Charlotte Böhringer ermordert haben. (Foto: Symbolbild: skycinema-123rf.com)

Vor rund 13 Jahren wurde die 59-jährige Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer in ihrem Penthouse in München ermordet. Das Landgericht München I verurteilte für die Tat nach einem Indizienprozess ihren Neffen Benedikt T. Dieser bestreitet seine Schuld. Bereits 2014 stellte er am Augsburger Landgericht einen Antrag auf die Wiederaufnahme des Verfahrens.

Dieser wurde damals abgelehnt. Sollte es zu einer erneuten Verhandlung kommen, muss diese laut Gesetz an einem anderen Gericht stattfinden - in diesem Fall am Landgericht Augsburg. In einer Pressemitteilung gab das Augsburger Landgericht nun bekannt, dass Benedikt T. erneut einen Antrag auf Wiederaufnahme gestellt hat. 

Die Staatsanwaltschaft Augsburg habe beantragt, den Wiederaufnahmeantrag als unzulässig zu verwerfen, so das Gericht. Eine Entscheidung des Gerichts ist aber noch nicht ergangen. Die Verteidiger des Verurteilten haben aktuell die Gelegenheit zu einer ergänzenden Stellungnahme.

Als Motiv hatte das Landgericht München I Habgier angenommen. Um seinen Teil des Erbes zu erhalten habe der Neffe, der sein Jurastudium abgebrochen hatte, seine wohlhabende Tante mit einem stumpfen Gegenstand erschlagen, war das Gericht 2008 überzeugt.

Ein wichtiges Indiz waren für das Gericht zwei 500-Euro-Scheine, die bei der Festnahme von Benedikt T. in seiner Geldbörse gefunden worden waren und neben der DNS von Böhringer und T. auch Blutanhaftungen der Ermordeten aufwiesen. (pm/lat)
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