Bombendrohung gegen Stadt Augsburg - Droh-Mails hängen zusammen

Nach dem Eingang der Droh-Mail sperrte die Polizei den Augsburger Rathausplatz. (Foto: Janina Funk)
 
Polizeisprecher Michael Jakob und Oberbürgermeister Kurt Gribl gaben gegen 11 Uhr Entwarnung. (Foto: Janina Funk)

In Augsburg und mehreren anderen deutschen Städten sind am Dienstagmorgen Rathäuser und städtische Verwaltungsgebäude evakuiert worden. Per E-Mail waren Bombendrohungen eingegangenen. In Augsburg war der Rathausplatz drei Stunden lang gesperrt, 500 Mitarbeiter wurden in Sicherheit gebracht. Gegen 11 Uhr gab es schließlich Entwarnung: Bombenspürhunde hätten „nichts Verdächtiges“ im Rathaus und den benachbarten Gebäuden gefunden.

Nach drei Stunden tritt Polizeisprecher Michael Jakob erleichtert vor die Presse. Es sei keine Bombe gefunden worden, sagt er und gibt den Augsburger Rathausplatz wieder frei. „Wir können wieder zum Tagesgeschäft übergehen.“

Rathausplatz gesperrt, Verwaltungsgebäude evakuiert

Die Polizei habe gegen 8 Uhr die Information erhalten, dass in der Nacht eine Bombendrohung gegen die Stadt Augsburg per E-Mail im Rathaus eingegangen sei. Die Einsatzkräfte sperren den zentralen Platz, die städtischen Gebäude werden evakuiert. 500 Mitarbeiter habe man in Sicherheit gebracht, berichtet Jakob später am Tag.

Neben dem Augsburger Rathaus und den benachbarten Verwaltungsgebäuden wird auch das Bürgeramt an der Blauen Kappe geräumt. Auch Bürgerbüros in den Stadtteilen Lechhausen, Haunstetten und Kriegshaber sind betroffen. Bombenspürhunde suchen die Gebäude ab.

Gegen 12 Uhr ist schließlich auch der Einsatz an der Blauen Kappe und in den Bürgerbüros in den Stadtteilen abgeschlossen. Die städtischen Verwaltungsgebäude am Rathausplatz und die Bürgerbüros in Haunstetten, Kriegshaber und Lechhausen bleiben allerdings für den Rest des Tages geschlossen. Man habe die Mitarbeiter für diesen Tag dienstfrei gestellt, erklärt Oberbürgermeister Kurt Gribl.

Augsburg: Zusammenhang mit rechtsextremen Drohungen?

Es sei eine „diffuse Drohung“ gewesen, sagt Polizeisprecher Jakob. Neben Augsburg sind auch Göttingen, Kaiserslautern, Chemnitz, Neunkirchen im Saarland und Rendsburg in Schleswig-Holstein betroffen. Die Städte hätten allesamt anonyme Mails mit Bombendrohungen erhalten. Die Polizei sieht einen Zusammenhang zwischen den Drohschreiben.

Ob sie im Zusammenhang mit einer Serie von mutmaßlich rechtsextremen Drohungen der vergangenen Monate stehen, ist noch offen. Zuletzt gingen deutschlandweit Bombenschreiben gegen Einrichtungen wie Gerichte oder Bahnhöfe, aber auch gegen Politiker und Anwälte, ein. Die Polizei geht in diesen Fällen von einem rechtsextremistischen Hintergrund aus.

Die Augsburger nehmen die Drohung mit relativer Gelassenheit. An der Polizeiabsperrung wollen zwei ältere Frauen zu ihrem Lieblingscafé, ein Polizist stellt sich ihnen in den Weg und erklärt, dass sie ihren Kuchen heute woanders essen müssen. Betroffen von der Sperrung sind auch die Patienten mehrerer Arztpraxen am Rathausplatz, die ihre Termine nicht wahrnehmen können. Den Anlass für den Polizeieinsatz empfinden sie mehr als Ärgernis, denn als Gefahr.

Drohung „sehr vage gehalten“

An der Mobilen Polizeiwache in der Steingasse stehen Zweite Bürgermeisterin Eva Weber und Ordnungsreferent Dirk Wurm. Letzterer erklärt, dass die Drohung „sehr vage gehalten“ sei.

OB Gribl, der am Rande der Polizeiabsperrung gemeinsam mit Polizeisprecher Jakob Auskunft gibt, betont: „Bei der Ausgangslage war es richtig, die Entscheidung so zu treffen.“ Die Drohung habe die Stadt zu Dienstbeginn erreicht und „klang entsprechend ernst, um Maßnahmen einzuleiten.“

Jakob ergänzt: „Wir stehen mit allen Städten untereinander in Kontakt. Die Schreiben waren so formuliert, dass wir zu diesen Maßnahmen gegriffen haben.“ Bisher habe man allerdings noch keine Anhaltspunkte auf den Urheber der E-Mail. „Die Ermittlungen laufen weiter.“

von Janina Funk und Markus Höck
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