Bombendrohungen: Beweismittel bei rechtsextremistischem Verdächtigen festgestellt

Auch das Augsburger Rathaus musste im März wegen einer Bombendrohung gesperrt werden. Ob ein Zusammenhang mit den rechtsextremistischen Drohmails besteht, ist noch nicht bekannt. (Foto: Janina Funk)

In dem bundesweit geführten Ermittlungskomplex zu in ganz Deutschland verschickten Drohschreiben mit rechtsextremistischem Hintergrund wurde nun ein mutmaßlicher Verfasser solcher Drohschreiben festgestellt. Seine Wohnung in Schleswig-Holstein wurde von der Polizei durchsucht.

Auch im Augsburger Rathaus war am 26. März eine Bombendrohung eingegangen. Gleichzeitig gingen auch in Göttingen, Kaiserslautern, Chemnitz, Neunkirchen im Saarland und Rendsburg in Schleswig-Holstein Drohmails ein.

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord sieht bisher allerdings keinen Zusammenhang zwischen den rechtsextremistisch motivierten Schreiben und der Bombendrohung in Augsburg.

Bisher habe man weder Informationen zum Verdächtigen in Schleswig-Holstein noch dazu, ob dieser auch für die Augsburger Drohmail verantwortlich sein könnte. Wenn sich ein Bezug ergebe, werde man darüber berichten, erläuterte Pressesprecher Michael Jakob.

Auch rechtsextremistische Mails enthielten Bombendrohungen

Am Donnerstagnachmittag durchsuchten Ermittler des LKA Berlin und des LKA Schleswig-Holstein gemeinsam eine Wohnung in Schleswig-Holstein und stellten Beweismittel sicher. Es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte für verschiedene Drohschreiben an Gerichte und andere Einrichtungen in Hamburg, Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Brandenburg verantwortlich sein könnte, berichtete die Berliner Polizei.

Auch in diesen mit "Nationalsozialistische Offensive" unterzeichneten Mails wurden Bombenanschläge auf die angeschriebenen Einrichtungen angedroht. Die Auswertung der Beweise werde nun ergeben, ob der Beschuldigte auch für über 200 weitere Drohschreiben verantwortlich sein könnte. (lat)
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