Caiuby vor Gericht: Staatsanwaltschaft fordert zehn Monate auf Bewährung

Überraschung am Amtsgericht: Caiuby ist diesmal tatsächlich da. (Foto: Patrick Bruckner)

Caiuby ist diesmal tatsächlich vor Gericht erschienen: Am Donnerstag ist der Prozess gegen den brasilianischen Fußballer, der nach diversen Eskapaden beim FC Augsburg keine Zukunft mehr hat, am Amtsgericht Augsburg fortgesetzt worden. In der vergangenen Woche, am ersten Prozesstag, ließ sich Caiuby noch von seinem Anwalt vertreten. Nun sitzt er selbst auf der Anklagebank. 

Dem 31-Jährigen wird vorgeworfen, in der Augsburger Innenstadt einen Mann per Kopfstoß verletzt zu haben. Die Rekonstruktion des Abends gestaltet sich vor Gericht allerdings schwierig.

Laut Anklageschrift soll Caiuby in den Morgenstunden eines Sonntags im Mai 2018 in der Maxstraße während einer Auseinandersetzung einen heute 27-Jährigen so sehr verletzt haben, dass dieser eine Gehirnerschütterung samt Jochbeinprellung erlitt und fünf Tage lang arbeitsunfähig war. Zuvor soll es zwischen Caiubys Begleitern und einer anderen Gruppe Partybesucher zu Pöbeleien gekommen sein, in deren Folge Caiuby einem Mann die Brille weggenommen und diese weggeworfen haben soll.

Laut Caiubys Seite soll allerdings einer seiner Freunde dem 27-Jährigen den Kopfstoß verpasst haben. Die Aussagen des 30-Jährigen aus Sao Paulo kommen bei Richter Julian Mertes aber nicht gut an, da der Freund Caiubys sich in Widersprüche verwickelt. "Ich glaube Ihnen kein Wort", resümiert Mertes. Caiuby meldet sich zu Wort und sagt, dass die Fragen der Staatsanwaltschaft und Nebenkläger nicht korrekt übersetzt werden.

Sein Kumpel sagt, "die wissen, dass ich das war, aber behaupten, Caiuby war es, um mehr Geld zu bekommen" - wohl in Unwissenheit darüber, dass die Höhe des Schmerzensgelds nicht vom Gehalt des Verurteilten abhängt. Schmerzensgeld müsste ohnehin beim Zivilgericht eingeklagt werden. Eine Geldstrafe allerdings bemisst sich am Gehalt.

Der Strafbefehl, gegen den Caiuby Einspruch erhob, sah die Zahlung von 135 Tagessätzen vor. Bleibt es bei dem Tagessatz, der bisher angesetzt war - 750 Euro - würde das eine Strafe von über 100.000 Euro bedeuten.

Auch FCA-Manager Stefan Reuter muss vor Gericht aussagen

FCA-Manager Stefan Reuter sagt vor Gericht, dass er die Aussagen, die Caiuby ihm gegenüber machte, glaubwürdig gefunden habe. Caiuby habe ihm gesagt, dass er die Szenerie verlassen habe, als es turbulent wurde.

Gegenüber Geschäftsführer Michael Ströll habe er nach einem klärenden Gespräch, bei dem auch der Geschädigte anwesend war, zudem sinngemäß gesagt: "Ich war es nicht. Ich sehe nicht ein, für etwas Geld zu zahlen, was ich nicht getan habe". 

Staatsanwaltschaft fordert Bewährungsstrafe

In ihrem Plädoyer fordert die Staatsanwaltschaft schließlich zehn Monate auf Bewährung mit 75.000 Euro Geldauflage. Die Verteidigung plädiert auf Freispruch. Das Urteil soll am Freitag, 27. September, fallen. (pb/jaf)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.