Dieselskandal löst Klagewelle in Augsburg aus

Ein großer Teil der Klagen befasst sich mit dem Dieselskandal. Rund 350 neue diesbezügliche Verfahren werden die Augsburger Justiz beschäftigen (Symbolbild). (Foto: Veerathada Khaipet, 123rf.com)

Eine Flut von Zivilklagen traf zum Jahresende 2018 auf das Landgericht Augsburg. Über 800 neue Verfahren werden in der nächsten Zeit von den Zivilrichtern zu bearbeiten sein, berichtet das Landgericht Augsburg in einer Pressemitteilung.

Angesichts der Vielzahl der eingegangenen Verfahren habe der Dezember 2018 eine absolute Spitzenstellung eingenommen: Im Vergleich zu den Dezemberdaten der Vorjahre kam es zu einer Steigerung der Eingangszahlen um knapp 100 Prozent.

"Dort türmen sich jetzt die Aktenberge"

Mit der Bewältigung der eingehenden Papiermengen – ein Verfahren umfasst mit zugehörigen Anlagen normalerweise zwischen 20 bis 150 Seiten - seien zunächst die Geschäftsstellen befasst, die die Klageverfahren entsprechend der Geschäftsverteilung den jeweils zuständigen Richterinnen und Richtern vorlegen. "Dort türmen sich jetzt die Aktenberge", schreibt das Gericht.

„Die Bearbeitung und Weiterleitung der neuen Verfahren muss Vorrang haben vor weiteren Aufgaben wie der Beantwortung von Sachstandsanfragen“, wird der Präsident des Landgerichts Augsburg, Herbert Veh, zitiert. Nur mit einer zügigen Herangehensweise sei das Landgericht in der Lage, insbesondere die notwendige Zustellung der Klageschriften zeitnah zu bewerkstelligen.

350 Verfahren im Dieselskandal

Ein großer Teil der neu eingegangenen Verfahren befasst sich dabei mit dem Dieselskandal. Rund 350 neue diesbezügliche Verfahren werden die Augsburger Justiz beschäftigen.

Trotz der vom Gesetzgeber zum 1. November geschaffenen Möglichkeit einer zivilprozessualen Musterfeststellungsklage würden sich nach wie vor viele Kläger dazu entscheiden,  Ansprüche direkt gegen die jeweiligen Beklagten geltend zu machen. (pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.