Doch kein versuchter Mord: Gericht urteilt im Fall der Prügelattacke in der Innenstadt

Sieben Angeklagte, acht Verteidiger und mehrere Dolmetscher: Auf der Anklagebank ging es ungewöhnlich eng zu. Nun hat das Gericht ein Urteil gefällt. (Foto: Monika Grunert Glas)

Im Fall der sieben jungen Männer, die sich nach einer Schlägerei vor einer Kneipe im vergangenen Jahr wegen versuchten Mordes vor dem Augsburger Landgericht verantworten mussten, ist am Donnerstag ein Urteil gefallen.

Die Männer hatten an jenem Abend in der Kneipe gemeinsam einen Geburtstag gefeiert. Der Staatsanwaltschaft zufolge sei schließlich einer von ihnen mit einem anderen Gast aneinander geraten. Die Auseinandersetzung wurde handgreiflich und das Sicherheitspersonal verwies daraufhin alle Sieben der Bar.

Weil die Männer sich das nicht gefallen lassen wollten, hätten mehrere von ihnen einen Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes attackiert. Die Staatsanwaltschaft warf den Männern vor, im Anschluss aus Frust auf drei wehrlose Passanten losgegangen zu sein und diese in einer "hemmungslosen Gewaltorgie" geschlagen und getreten zu haben. Sie hätten sich "ungebremst und durch massivste Gewaltanwendung" an ihren Opfern abreagiert, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Die Anklage lautete auf versuchten Mord.

Während der Verhandlung stellte sich allerdings heraus, dass eines der Opfer nicht wie in der Anklage beschrieben, völlig unvermittelt von hinten von den Männern angegriffen wurde. Ein Video zeigte, dass sich der Geschädigte bereits zuvor in den Streit der Angeklagten mit den Sicherheitsmitarbeitern eingemischt hatte. Das Mordmerkmal der Heimtücke war für das Gericht folglich nicht mehr gegeben. Sechs der angeklagten Rumänen wurden wegen gefährlicher Körperverletzung zu Freiheitsstrafen zwischen drei Jahren und vier Jahren neun Monaten verurteilt. Den siebten Mann sprach das Gericht frei. (mg/kd)
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