Fahrlehrer soll Fahrschülerin betäubt und vergewaltigt haben - am zweiten Prozesstag fehlt wichtige Zeugin

Schwere Vorwürfe macht eine Fahrschülerin ihrem ehemaligen Fahrlehrer. Nach bestandener praktischer Prüfung soll er sie mit K.O.-Tropfen betäubt und vergewaltigt haben. (Foto: phartisan,123rf.com)
Der Prozess, um einen Fahrlehrer, der eine ehemalige Fahrschülerin mit K.O.-Tropfen außer Gefecht gesetzt und missbraucht haben soll, geht nur schleppend voran. Schon am ersten Prozesstag im März musste die Hauptverhandlung unterbrochen werden, weil eine wichtige Zeugin sich krankmeldete. Auch beim Fortsetzungstermin am Mittwoch kam die Zeugin nicht zur Verhandlung.

Sie sei im Krankenhaus und müsse operiert werden, teilte sie dem Augsburger Schöffengericht mit. So gab es am Mittwoch nur eine kurze Verhandlung. Der Vorsitzende Richter verlas Sprach- und WhatsApp-Nachrichten der einstigen Fahrschülerin, die sie nach ihrer Anzeige an Freunde verschickte. Darin sprach sie von einer „schweren Zeit“, aber auch von „Erleichterung“, dass sie sich zu der Anzeige im Oktober 2016 entschlossen habe.

Sie sei auch froh, dass es noch vor der so genannten „Me too-Bewegung“ war, um nicht in den Verdacht zu kommen, nur deswegen Anzeige erstattet zu haben. Immerhin soll die Vergewaltigung bereits vor elf Jahren stattgefunden haben.

Wie berichtet, soll der damals 36-jährige Fahrlehrer die 18-jährige Fahrschülerin nach bestandener Prüfung zu einer Feier bei ihm zuhause eingeladen haben. Wie die junge Frau dem Gericht am ersten Verhandlungstag schilderte, sei sie ohne Bedenken mitgegangen, weil es vorher keinerlei Annäherungsversuche gegeben haben. „Die Alarmglocken schrillten nicht.“

Der Fahrlehrer, Millimeter kurze Haare, Brille, leichter Wohlstandsbauch, saß selbstbewusst auf der Anklagebank. Der Mann aus dem Landkreis Aichach-Friedberg leugnete die Vorwürfe vehement und beteuerte wortgewandt seine Unschuld. Um Antworten war er nie verlegen.

Auf die besagte Zeugin will das Gericht nicht verzichten, weil diese eventuell selbst nur knapp einer Vergewaltigung entging. 

Nächster Verhandlungstag spätestens bis 2. Mai

Der nächste Verhandlungstag muss spätestens bis 2. Mai stattfinden, um den Prozess nicht zu gefährden. Bis dahin dürfen die beiden Schöffen auf Antrag von Verteidiger Werner Weiss die Aussagen nachlesen, die die heute 31-Jährige gegenüber der Polizei gemacht hat. Dabei handelt es sich um ein etwa 30-seitiges Protokoll.

Der nächste Verhandlungstermin wird von Amtswegen festgelegt. (von Alfred Haas)
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