Falsche Polizeibeamte in Augsburg: Zehn Anrufe innerhalb einer Stunde

Falsche Polizeibeamte haben am Samstag versucht, Senioren in Augsburg zu betrügen - ohne Erfolg. (Foto: Konstantin Sutyagin-123rf.com / Symbolbild)

Die Betrugsserie mit den falschen Polizisten am Telefon reißt nicht ab. Im Gegenteil: Allein für Augsburg registrierte das Polizeipräsidium am Samstag zehn solcher Anrufe - innerhalb einer Stunde. Das Gute daran: in keinem Fall kam es zu einem Vermögensschaden, alle Angerufenen waren gut informiert und erkannten die betrügerischen Absichten. Die Anrufe waren dabei über das gesamte Stadtgebiet verteilt.

Die Masche ist immer die gleiche: Die Betrüger rufen bei Senioren an und geben sich als Polizeibeamte aus.
So meldete sich zum Beispiel ein angeblicher „Polizeioberkommissar Jürgen Beer“ vom Polizeipräsidium bei einer Seniorin, der die Nummer 0821/323 1 auf das Display mitschickte. Er gab an, dass es mehrere Festnahmen gegeben hätte. Hierbei wären Listen gefunden worden unter anderem mit dem Namen der Angerufenen.

Weiter wurde gefragt, ob sie Online-Banking mache und wie viel Geld sie denn auf dem Konto habe und es so ungefähr 30.000 Euro wären. Der Anrufer meinte dann, dass die Seniorin 15.000 Euro von ihrem Konto abheben solle und zwar schnellstmöglich. Der Geldbetrag werde dann von der Polizei abgeholt und “überprüft”.

Eine andere Seniorin wurde folgendermaßen am Telefon begrüßt: „Polizei, ich muss ihnen was Wichtiges mitteilen. Wir haben zwei Verbrecher gefasst.” Die Angerufene kannte die Masche aus der Zeitung und beendete daraufhin das Gespräch. Auf ihrem Display wurde ebenfalls die vorgenerierte (gefälschte) Nummer 323-1 angezeigt.

Bei einer weiteren Seniorin behauptete der Anrufer, dass in ihrer Nachbarschaft in der letzten Nacht eingebrochen wurde. Sie selbst wäre auch ausgespäht worden, auch ihre Konten. Die Frau gab dem Anrufer zu verstehen, dass sie am Telefon keine weiteren Auskünfte gebe, woraufhin das Gespräch abrupt beendet wurde.

Bei einem Senior gab sich die Anruferin als Polizeibeamtin aus, die angab, dass nach einem Einbruch ein Täter festgenommen werden konnte, ein weiterer sei noch flüchtig. Von den Tätern wäre ein Rucksack zurück geblieben, wo nun seine Bankdaten gefunden worden wären. Die Anruferin wollte dann noch wissen, wann er das letzte Mal sein Konto kontrolliert habe. Der Senior reagierte entsprechend gelassen und entgegnete, er hätte zwei große Hunde und keine Angst vor Einbrechern, bevor er das Gespräch beendete.

Kommissar „Schwarz“ von der Gögginger Polizei war auch wieder aktiv und rief bei einer Seniorin an, um diese über ihre Vermögensverhältnisse auszufragen, was diese aber nicht zuließ.
Ebenso ein Hauptkommissar mit Vornamen „Werner“, der bereits schon einmal Ende 2017 bei einer 66-jährigen Seniorin anrief, diesmal aber gleich wieder auflegte, als die Angerufene entsprechend nachhakte.

Auch in den Landkreisen kam es am Wochenende zu gleichgelagerten Anrufen von falschen Polizeibeamten, Staatsanwälten und Interpolmitarbeitern. Auch hier kamen die Täter nicht zum erhofften Erfolg und scheiterten mit ihrer jeweiligen Betrugsmasche.
Mit weiteren Anrufen muss gerechnet werden.

"Infomieren Sie Familienmitglieder, Freunde, Bekannte und Nachbarn, insbesondere Seniorinnen und Senioren über diese Betrugsmaschen und zögern Sie nicht, umgehend die Polizei zu verständigen. Weitere Tipps finden Sie auch unter:www.polizei-beratung.de", so die Polizei in ihrem Bericht. (pm)
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