Fliegerbombe in Augsburg ist entschärft: "Es hat alles super funktioniert"

Janin Strobl, Josef Beier, Michael Filips und Florian Süß entschärften die Bombe. (Foto: Laura Türk)

Bei Bauarbeiten wurde am Samstag in der Herrenbachstraße eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Mitteilung erreichte die Polizei am Nachmittag. Vier Sprengmeister aus Ingolstadt entschärften die Bombe noch in der Nacht auf Sonntag, nachdem die Umgebung evakuiert worden war.

Bei der Fliegerbombe handelte es sich um ein amerikanisches Modell aus dem Zweiten Weltkrieg mit einem Gewicht von 225 Kilogramm. Die Polizei hatte, mit Unterstützung von Feuerwehr und Rettungsdienst, ab 19 Uhr einen Umkreis von 300 Metern um die Fundstelle geräumt. Circa 1200 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen. Im Gefahrenbereich befand sich auch ein Seniorenwohnheim, eingeschränkt mobile Anwohner wurden mit Krankentransporten in Sicherheit gebracht.

Gegen 23 Uhr war die Evakuierung abgeschlossen. Sie hatte rund drei Stunden gedauert. Aufgrund der Hitze musste die Bombe noch in derselben Nacht entschärft werden. „Der Sprengstoff liegt seit über 70 Jahren im Erdreich und war immer denselben klimatischen Bedingungen ausgesetzt“, erklärte Sprengmeister Michael Filips. „Jetzt lag sie offen da und wir haben momentan sehr hohe Temperaturen. Dabei wird der Sprengstoff gefährlicher und die Möglichkeit einer Detonation steigt, je länger man mit der Entschärfung wartet“, erläuterte Filips das rasche Handeln.

Sprengmeister entschärften die Bombe in 40 Minuten

Die vier Sprengmeister der Firma Tauber vom Sprengkommando Ingolstadt hatten an diesem Tag Bereitschaftsdienst. In Zweierteams entschärften sie jeweils einen der zwei Zünder der Bombe. Nach 40 Minuten konnten die Augsburger aufatmen: Die Sprengmeister hatten ganze Arbeit geleistet, die Bombe war entschärft.

Die Polizei wies im Vorfeld immer wieder darauf hin, dass kein Grund zur Panik oder eine konkrete Gefahr bestanden hätte. Mit dem Ablauf der Evakuierung zeigten sie sich zufrieden. Am Anfang hätten sie keine Information gehabt, wie der Zündmechanismus der Bombe sei. „Wir haben darum alle Möglichkeiten genutzt, um auch ein hohes Risiko abzudecken“, sagte Polizeieinsatzleiter Werner Bayer.

450 Einsatzkräfte waren im Einsatz

Darum seien letztendlich auch so viele Einsatzkräfte vor Ort gewesen. Unter anderem erhielt die Polizei auch personelle Unterstützung aus München. Am Ende habe man es aber doch mit einem normalen Zünder zu tun gehabt. „Ich bin im Großen und Ganzen sehr zufrieden“, zog Bayer nach der Entschärfung Bilanz. „Es hat alles super funktioniert. Die Bevölkerung hat sich sehr verständnisvoll gezeigt und die Wohnungen relativ zügig geräumt.“

450 Einsatzkräfte der Polizei, der Feuerwehr und der Rettungsdienste halfen bei der Evakuierung. Auch Notunterkünfte wurden eingerichtet. Das Theater hatte die Interims-Spielstätte im Martinipark als Unterkunft geöffnet, zudem kamen Personen aus der Evakuierungszone beim BRK-Kreisverband und bei der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft unter. (lat/mh)
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