Gewinnspiel-Betrug: Nun erwischte es eine Kriminalbeamtin

"Der Traum von der nächsten Reise platzte mit der Öffnung des Kuverts"- auch eine Beamtin der Kriminalpolizei erhielt eine falsche Gewinnzusage. (Foto: kzenon 123rf.com/Symbolbild)

Die Polizei warnt in ihrem täglichen Pressebericht immer wieder vor Betrügern. Nun weisen die Beamten auf den Fall einer Kollegin hin, die eine falsche Gewinnankündigung per Post erhalten hat. Die Beamtin erkannte die betrügerischen Absichten hinter der Geldpreis-Zusage zwar, die Polizei nahm sich den Vorfall jedoch zum Anlass, um den korrekten Umgang mit Gewinnspiel-Betrugsmaschen zu erklären.

Wie die Beamtin im Bericht ihrer Kollegen schildert, habe sie sich während der Leerung ihres Briefkastens als Glückspilz gefühlt. Auf einem persönlich an sie adressierten Briefumschlag sei ihr ein Gewinn von 9950 Euro angekündigt worden. In Gedanken gab sie das Geld bereits für langgehegte Wünsche aus. Doch der Traum von der nächsten Reise platzte mit der Öffnung des Kuverts, beschreibt die Polizistin, die als Kriminalbeamtin in der Betrugsabteilung für die Erkennung und Bearbeitung von Betrugsmaschen zuständig ist. In ihrer Pressemitteilung informierte die Kriminalpolizei nun über die Erkennung und den korrekten Umgang mit Gewinnspiel-Betrug.

Tipps zur Erkennung von falschen Gewinnzusagen

Die Polizei erklärt: "Die persönlichen Anschreiben erwecken einen 'amtlichen Eindruck'. Die Schreiben sind gespickt mit Wörtern wie Auszahlungsurkunde, Bestätigung, Registrierung, Geprüft & Genehmigt, Offiziell, Unterschriften der Geschäftsleitung. Zudem finden sich gleich mehrere Ansprechpartner wie Rechtsanwälte, Treuhändergesellschaften, Finanzabteilungen und diverse Firmen auf den Anschreiben."
Der Adressat sei meist angewiesen, die für die Gewinnauszahlung erforderlichen Unterlagen mit einer „unverbindlichen Warenbestellung“ zurücksenden. Auf der Vorderseite des beigefügten Musterschecks werde der Betrag außerdem lediglich „bestätigt“. Im Kleingedruckten auf der Rückseite stünden dann die - oftmals sehr verwirrenden - Teilnahmebedingungen. "Nur ganz nebenbei wird erwähnt, dass der Gewinn noch nicht sicher ist, sondern mit der Rücksendung der erforderlichen Unterlagen an einer weiteren Auslosung teilgenommen wird und dann als Gewinner ausgewählt wird. Das Antwortkuvert selbst ist meist an keine postalische Adresse, sondern in der Regel an ein Postfach adressiert", beschreibt die Polizei die Masche.

Aus polizeilicher Erfahrung sei davon auszugehen, dass es zu keiner Gewinnauszahlung kommen wird. Im günstigsten Fall hätten die Versandfirmen lediglich weitere Daten des Empfängers gesammelt (Geburtsdatum, Telefon-Nummer, Email-Adresse), um diese für weitere schriftliche Beratungs- und Informationszwecke zu nutzen.
Im weit unangenehmeren Fall könne es passieren, dass der vermeintliche Gewinner neben den bestellten Waren in den kommenden Wochen und Monaten unaufgefordert zahlreiche weitere Warensendungen erhalte, informiert die Polizei. Es könne davon ausgegangen werden, dass die Portokosten bei Rücksendung vom Adressat zu tragen seien.
"Behält der 'Gewinner' die unaufgeforderten Warensendungen hingegen, ist erfahrungsgemäß mit Mahnschreiben und gegebenenfalls sogar mit Androhung zivilrechtlicher Schritte zu rechnen", warnt die Kripo.

Gewinnzusage ist Grauzone

"Juristisch ist die Gewinnbrief-Falle eine Grauzone, angesiedelt im Bereich des unlauteren Wettbewerbs. Wer nun aber trotz der genannten Ausführungen immer noch an den großen Geldgewinn glaubt, sollte sich vor Rücksendung seiner „Gewinnantwort“ informieren, ob es sich tatsächlich um eine seriöse Versandfirma handelt", rät die Polizei.
Im Internet finden sich hierzu mehrere Plattformen. Zum Beispiel veröffentlicht die Verbraucherzentrale Hamburg im Internet eine Rubrik „Gewinnspiele: Liste unseriöser Anbieter“.(pm)
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