Hilfe aus dem Himmel: Rettungshubschrauber „Christoph 40“ flog im vergangenen Jahr 1507 Einsätze

"Christoph 40" flog über 1500 Rettungseinsätze im vergangenen Jahr. (Foto: Markus Winkler)

In ihm eilen Notärzte zu Unfallstellen und er trägt Schwerverletzte wie auf Flügeln ins Klinikum Augsburg: Christoph 40. Nun veröffentlichte der ADAC eine Bilanz seiner Einsätze.

Im vergangenen Jahr leistete der Augsburger Hubschrauber der gemeinnützigen ADAC Luftrettung „Christoph 40“ 1507 Rettungsflüge und kam dabei 1397 Patienten zu Hilfe. Damit nahm das Einsatzaufkommen um 10,5 Prozent (2016: 1364 Einsätze) zu.
1292 Alarme (85,7 Prozent) waren sogenannte „Primäreinsätze“: In dem Fall hatte „Christoph 40“ die Funktion des schnellen Notarztzubringers, den Kliniktransport konnte jedoch die Rettungswagenbesatzung durchführen. Oder die Hubschraubercrew übernahm neben der Behandlung auch den Flug in eine weiter entfernte Fachklinik. 90 Einsätze (sechs Prozent) waren Sekundärtransporte, bei denen ein Patient von einem Krankenhaus niedriger Versorgungsstufe in ein Spezialklinikum mit erweiterten Therapiemöglichkeiten gebracht wurde. 125 Flüge waren Fehleinsätze
In Bayern gibt es neben Augsburg die ADAC Luftrettungsstationen in Bayreuth, Dinkelsbühl, Ingolstadt, München, Murnau, Ochsenfurt und Straubing sowie „Christophorus Europa 3“ aus dem oberösterreichischen Suben, „Christoph 22“ aus dem baden-württembergischen Ulm und „Christoph 28“ aus dem hessischen Fulda, die grenzübergreifend eingesetzt werden. Sie absolvierten im vergangenen Jahr im Freistaat 12 971 Flüge. Damit führt laut ADAC Bayern die Liste der Einsatzorte in den Bundesländern an.

Wohnort entscheidet häufig über Hilfe aus der Luft

Einsatzursache Nummer eins waren mit fast 50 Prozent erneut internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen. In je zwölf Prozent der Fälle wurden die Lebensretter zu neurologischen Notfällen (zum Beispiel Schlaganfall) sowie zu Freizeitunfällen (Sport- und häusliche Unfälle) gerufen. Bei zehn Prozent war ein Verkehrsunfall die Ursache. Eine Herausforderung für Mensch und Maschine seien Flüge in der Dämmerung. Geschäftsführer Frédéric Bruder hält in der Zukunft eine Ausweitung der Betriebszeiten und damit deutlich mehr Flüge in der Dämmerung für unabdingbar. „In viel zu vielen Regionen in Deutschland entscheiden nach wie vor die Uhrzeit und der Wohnort über die schnelle lebensrettende Hilfe aus der Luft“, kritisiert Bruder. Bisher würden Rettungshubschrauber in den meisten Städten und Gemeinden nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang eingesetzt. Wer davor oder danach in Lebensgefahr sei, dem könne aus der Luft nicht geholfen werden. Daher wirbt Bruder für den Einsatz hochmoderner Rettungshubschrauber wie dem H145, die auch Nachteinsätze ermöglichten. (pm)
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.