Ist das noch Fanliebe? Gewaltbereite FCA-Anhänger sorgen für "bürgerkriegsähnliche Zustände"

Einige Anhänger des FC Augsburg stifteten im Oktober vergangenen Jahres Unruhe. (Foto: Symbolbild: Archiv)

An einem schönen Herbstnachmittag wollten viele Passanten im Außenbereich eines Cafés die letzten angenehmen Tage des Jahres genießen. Plötzlich stürmte eine große Gruppe vermummter Personen mit Geschrei in ihre Richtung, Tische und Stühle flogen umher. Panisch und voller Angst suchten Menschen Zuflucht im Café. Einem der Unruhestifter wurde nun der Prozess gemacht.

Die Staatsanwaltschaft warf einem 27-jährigen Mann Landfriedensbruch und versuchte Körperverletzung vor. Er soll sich nach dem Regionalligaspiel der zweiten Mannschaft des FC Augsburg gegen den TSV 1860 München am 15. Oktober vergangenen Jahres nach Spielende mit 50 bis 80 weiteren Anhängern des FCA am Königsplatz getroffen haben. Obwohl die Augsburger das Heimspiel mit 3:2 für sich entscheiden konnten, war diese Gruppe auf Krawall gebürstet und suchte die Auseinandersetzung mit den Münchner Fans, die sie am Königsplatz ausmachten. Die Augsburger waren mit schwarzen Kapuzenpullis gekleidet und einer rief aus der Menge: "So Freunde, jetzt wird's lustig. Setzt eure Mützen auf, hier sind überall Kameras!" Daraufhin kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung der beiden Fanlager.

Die gewaltbereiten FCA-Fans zogen nach kurzer Zeit weiter zum Moritzplatz, wo sie erneut 1860-Anhänger vor einem Café erspähten. Lauthals rannte die mit Schals, Tüchern und Mützen vermummte Gruppe auf die Münchner zu. Vor dem Café kam es dann zu einer Schlägerei, bei der der Angeklagte mit seinem Fuß auf einen gegnerischen Fan eintreten wollte. Dieser Tritt konnte durch die zur Hilfe eilende Polizei verhindert werden, die daraufhin die beiden Gruppierungen mittels Polizeikette voneinander trennte. Der gebürtige Schwabmünchner soll danach mit weiteren Personen bedrohlich auf die Beamten zugegangen sein. Seitens der Augsburger flog eine Bierflasche auf die Polizisten und es folgten weitere Beleidigungen. Mittels Pfefferspray und dem Gebrauch von Schlagstöcken konnten die Beamten die Situation in den Griff bekommen. Laut Staatsanwalt Korbinian Grabmeier soll sich der Angeklagte durch Handzeichen zu einer weiteren Schlägerei mit den "Sechzigern" verabredet haben.

Der 27-jährige Metallbauer ließ durch seinen Verteidiger Peter Monz ein vollumfängliches Geständnis verlesen. Demnach sei der junge Mann leidenschaftlicher FCA-Fan und ließ sich unter Alkoholeinfluss bei der aufgeheizten Stimmung zu solch einer Dummheit mitreißen. Der vorsitzende Richter Dominik Wagner bezeichnete dieses Verhalten dieser radikalen Fußballfans gar als "bürgerkriegsähnliche Zustände". Außerdem erklärte Wagner, dass sich der junge Mann nicht beim Gericht, sondern bei den vielen unbeteiligten Passanten an diesem Tag entschuldigen müsse. Es würden zahlreiche Zeugenaussagen von jungen Damen vorliegen, denen Angst und Bange war, als die vermummte Gruppe in Richtung des Cafés stürmte, vor dem sie saßen.

Wagner verurteilte den 27-Jährigen wegen Landfriedensbruchs und versuchter Körperverletzung zu einer Geldstrafe in Höhe von 4500 Euro und gab ihm mit auf den Weg, dass er dieses Urteil als "Schuss vor den Bug" verstehen soll.
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