Jäger erschießt zwei Hunde: Am Mittwoch steht er vor Gericht

Leni und Maja wurden von einem Jäger erschossen. (Foto: Foto: Tierschutzverein Franz von Assisi)
Königsbrunn: In Königsbrunn hat ein Jäger im Juli vergangenen Jahres zwei Hunde erschossen. Zu Unrecht? Das soll am Mittwoch vor dem Amtsgericht Augsburg geklärt werden.
Leni und Maja hießen die Hunde, die den Jäger nun auf die Anklagebank bringen. Die beiden Mischlinge lebten auf einem Hof in Königsbrunn. Ihre Besitzerin wird den 10. Juli 2018 wohl nie vergessen. Denn an diesem Tag liefen ihre Lieblinge, wie wohl so oft, frei herum. Doch diesmal kehrten sie nicht zurück. Während sie das Frühstück vorbereitete, kam der Jäger, ein Freund ihres Vermieters. „Da vorn kannst du deine Hunde aufklauben, ich hab sie gerade erschossen“, habe er mitgeteilt, wie die Halterin berichtete.

Besitzerin wurde Zeugin der Erschießung

Die Frau setzte sich damals in ihr Auto, um nach ihren geliebten Vierbeinern zu suchen, und entdeckte sie schließlich etwa 150 Meter von ihrem Haus entfernt. Der Jäger war ihr gefolgt. „Leni hatte ein großes Loch im Körper und war tot“, erzählte die Frau laut einer Mitarbeiterin des Tierschutzvereins Franz von Asisi, der die Hunde ursprünglich vermittelt hatte. Maja war verletzt. Als die Besitzerin diese in die Arme nehmen wollte, habe der Jäger geschrieen: „Die lebt ja noch!“ – sie mit seinem Gewehr zur Seite gezwungen und vor ihren Augen dem Hund in den Kopf geschossen. Die Frau musste sich übergeben und erlitt einen Nervenzusammenbruch.
Das Ereignis schlug im vergangenen Jahr hohe Wellen. Die Polizei ermittelte und vernahm auch Zeugen, die die Hunde öfter frei laufen sahen, auch weiter weg vom Hof, und den Jäger, der behauptete, die Tiere hätten des öfteren gewildert, seien auf Reiter und Jogger losgegangen. Gemäß Paragraph 42 Bayerisches Jagdgesetz darf ein Jäger Hunde und Katzen töten – jedoch nur, wenn sie wildern, also im Revier erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden.
Der Jäger behauptet, genau das hätten die Tiere an dem Tag, als er sie erschoss, getan. Also legte er Einspruch ein gegen einen Strafbefehl, der ihm wegen Sachbeschädigung eine Geldstrafe auferlegte. Deshalb kommt es nun zur Gerichtsverhandlung. In dieser wird auch geklärt, ob die beiden eher kleinen Hunde überhaupt körperlich in der Lage gewesen wären, Wild zu reißen. 17 Zeugen sind geladen, der Prozess beginnt um 9 Uhr.
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