Kamera im Kugelschreiber: Mann macht heimliche Aufnahmen von Uli Hoeneß in der JVA

Ein Mithäftling hatte in der JVA Landsberg heimlich Aufnahmen von Uli Hoeneß gemacht und muss deshalb nun wieder ins Gefängnis. (Foto: Klaus Rainer Krieger)

Ein Mann hatte heimlich Aufnahmen von Uli Hoeneß gemacht, als er gemeinsam mit Hoeneß in der JVA Landsberg inhaftiert war. Nun muss der Mann deswegen wieder ins Gefängnis.

Der Mann hatte im Zeitraum 2014 bis 2015 heimliche Aufnahmen des damals in der JVA Landsberg inhaftierten Uli Hoeneß gemacht, um diese zu Geld zu machen. Das Amtsgericht Landsberg hatte ihn deswegen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt.

"Das Oberlandesgericht München hat die Revision gegen das Berufungsurteil des Landgerichts Augsburg vom 29. Oktober 2018 zurückgewiesen", teilte nun das Landgericht Augsburg am Donnerstag in einer Presseerklärung mit. Damit ist das erstinstanzliche Urteil des Amtsgerichts Landsberg am Lech vom 9. März 2017 rechtskräftig.

Darin waren der Angeklagte und seine Ehefrau wegen unbefugter Erhebung personenbezogener Daten in Bereicherungsabsicht in Tateinheit mit Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen und wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes zu Freiheitsstrafen von ein Jahr zwei Monaten beziehungsweise acht Monaten verurteilt worden.

Die Strafe gegen die Ehefrau wurde zur Bewährung ausgesetzt. Während die Ehefrau das Urteil akzeptierte, schöpfte der inzwischen 50-jährige Angeklagte alle Rechtsmittel aus.

Aufnahmen dem „Spiegel“ und dem „Stern“ angeboten

Mit der Entscheidung des Oberlandesgerichts steht nun rechtskräftig fest, dass der Angeklagte während seiner zeitgleichen Inhaftierung mit Uli Hoeneß in der JVA Landsberg Hilfe eines Kugelschreibers, in den eine Digitalkamera eingebaut war, heimlich verschiedene Aufnahmen des Geschädigten gefertigt hat.

Diese Aufnahmen bot die Ehefrau sodann den Magazinen „Spiegel“ und „Stern“ zum Kauf an. Nach den Urteilsfeststellungen wurde mit dem „Stern“ über 35.000 Euro verhandelt, von denen letztlich 2.500 Euro bezahlt wurden.

Die Höhe des seitens des „Spiegel“ bezahlten Betrages konnte die Berufungskammer unter Vorsitz von Carolin Hillmann nicht feststellen, da sich die als Zeugen in Betracht kommenden Journalisten auf ihr Zeugnisverweigerungsrecht berufen haben. (pm)
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