Krawalle rund um das DFB-Pokalspiel: Polizei zieht Bilanz des Großeinsatzes

In der Straßenbahn fanden Polizeibeamte eine Vielzahl von pyrotechnischen Gegenständen, Vermummungsgegenständen und Schutzbewaffnung (Zahnschutz). (Foto: Polizei Schwaben-Nord)

Nach den Krawallen vor dem DFB-Pokalspiel des FC Augsburg gegen Mainz ermittelt die Polizei nun wegen Landfriedensbruch.

Es sei sowohl vor Spielbeginn als auch nach der Partie zu massiven Sicherheitsstörungen und Straftaten gekommen, berichtet die Polizei am Tag nach dem DFB-Pokalspiel - verursacht "durch Angehörige der Augsburger Problemfanszene".

Gegen 18:30 Uhr habe sich zunächst ein Fanmarsch von einem Lokal im Univiertel in Richtung Stadion in Bewegung gesetzt. An diesem Fanmarsch nahmen der Polizei zufolge etwa 180 Personen teil, die sich vorwiegend aus Angehörigen der Augsburger Ultra-Szene zusammensetzten. Bereits unmittelbar zu Beginn des Marsches wurde aus der Menschenmenge heraus ein erster Böller gezündet. Kurz darauf erfolgte in der Hugo-Eckener-Straße die heftige Explosion eines zweiten Knallkörpers, weshalb die Polizei den Fanmarsch kurzzeitig anhielt.

Eine Gruppe stieg schließlich in die Tram der Linie 3 in Richtung WWK-Arena ein. In der Straßenbahn hielt sich eine Vielzahl von Heim- und Gästefans auf. Unter diesen Fahrgästen befanden sich auch Kinder und Senioren. Als die Straßenbahn an der Haltestelle „BBW/Institut für Physik“ anhielt und die Türen öffnete, "bewarfen derzeit noch unbekannte Fanmarsch-Teilnehmer Polizeieinsatzkräfte mit Feuerwerkskörpern und zündeten im Schutz der Menschenmenge Rauchtöpfe", berichtet die Polizei.

Krawalle vor Pokalspiel: Polizist zieht sich Rauchgasvergiftung zu

Polizeikräfte verhinderten die Weiterfahrt der Tram. Ein Beamter zog sich hierbei eine Rauchgasintoxikation zu und musste vom Rettungsdienst in das Klinikum Augsburg gebracht werden. Einsatzkräfte stellten vor Ort die Personalien von über 120 Personen, die an dem Fanmarsch teilnahmen und beim Abbrennen der pyrotechnischen Gegenstände an der Straßenbahnhaltestelle anwesend waren, fest.

In der Straßenbahn fanden Polizeibeamte schließlich eine Vielzahl von pyrotechnischen Gegenständen, Vermummungsgegenständen sowie auch Schutzbewaffnung (Zahnschutz). Laut derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass einige der in die Straßenbahn eingestiegenen Angehörigen der Ultra-Szene die Gegenstände in das Stadion bringen wollten und diese aufgrund der erfolgten Polizeikontrolle in der Straßenbahn wegwarfen. Ein 19-jähriger Heimfan führte Handschuhe mit sich, in denen Sand eingenäht war, um die Schlagwirkung zu erhöhen. Gegen ihn wurde ein Verfahren wegen eines Verstoßes nach dem Versammlungsgesetz eingeleitet.

Die Polizeiinspektion Augsburg Süd hat nun Ermittlungen unter anderem wegen des Anfangsverdachts des Landfriedensbruchs eingeleitet.

Nach dem FCA-Spiel: Vermummte attackieren Mainzer Busse 

Nach dem Pokalspiel versuchten dann noch etwa 20 vermummte Personen abfahrende Reisebusse der Mainzer Fans zu attackieren. Die Vermummten gingen im Bereich der Kurt-Bösch-Straße auf die vollbesetzten Busse zu, schlugen gegen die Fahrzeuge und suchten offensichtlich die Konfrontation mit den Mainzern.

Als Polizeibeamte auf den Vorfall aufmerksam wurden, flüchteten die maskierten Männer in verschiedene Richtungen. Auch in diesem Fall leitete die Polizei ein Strafverfahren wegen eines Anfangsverdachts des Landfriedensbruchs ein.

Die Polizei bittet Zeugen der Vorfälle sowie Personen, die durch den Einsatz pyrotechnischer Gegenstände verletzt wurden, sich unter der Telefonnummer 0821/323-2710 zu melden.
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