Kunden Schrottautos verkauft: 37-Jähriger in Augsburg zu Bewährungsstrafe verurteilt

Weil er Schrottautos verkauft hat, wurde ein 37-Jähriger jetzt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. (Foto: Symbolbild / ©tom_u-123rf.com)


Sie hatten nicht allzu viel Geld für ein schickes Auto übrig und glaubten, bei einem Händler aus dem nördlichen Landkreis Augsburg könnten sie ein Schnäppchen machen: Zahlreiche Kunden fielen auf den 37-Jährigen herein, denn sie ahnten nicht, dass sie Fahrzeuge kauften, die schon Unfälle hinter sich hatten. Jetzt hatte sich der Mann wegen Betrugs in zehn Fällen und sechs Urkundenfälschungen am Amtsgericht Augsburg zu verantworten.

Eigentlich hat der Angeklagte einen festen Job als Angestellter in einem großen Unternehmen. Doch nebenbei zog er ein Gewerbe auf. Er bot die Reparatur und die Reinigung von Fahrzeugen an. Zumindest für Reparaturarbeiten fehlte ihm die Zulassung. Dabei handelte es sich laut Landratsamt um eine Verletzung der Handwerksordnung.

Der 37-Jährige verkaufte Unfallautos und fälschte in einigen Fällen sogar Papiere, um das zu vertuschen. Rund 16 000 Euro nahm er dadurch ein, warf ihm Staatsanwalt Nicolas Pfeil vor und plädierte auf zwei Jahre Haft mit Bewährung.

Bei den meisten Kunden handelte es sich, wie Richterin Rita Greser als Vorsitzende des Schöffengerichts klarstellte, wohl um einfache Leute, die "finanziell schwach auf der Brust" seien und für die "2000 oder 3000 Euro deutlich mehr wert sind als für einen Zahnarzt, der 100 000 Euro für einen Porsche Cayenne fast aus der Portokasse zahlt".

Zudem gehörten die Betrogenen "zu einem Personenkreis, der nicht sonderlich versiert darin ist, sich Schadenersatz zu holen" und stattdessen derartige Sachen lieber auf sich beruhen lasse. Für die Opfer des Händlers erfülle die Verhandlung deshalb auch den Sinn einer "Genugtuung": Sie sollten erkennen, dass sich ein Autohändler nicht alles erlauben könne. Der 37-jährige Familienvater habe, so hieß es, im Tatzeitraum zwischen März 2013 bis September 2016 zwar eine "hohe kriminelle Energie" an den Tag gelegt, er hatte sich jedoch zum ersten Mal in seinem Leben vor Gericht zu verantworten. Es wurde ihm zugute gehalten, dass ihn das nachhaltig beeindrucke. Zudem hat er sein Gewerbe bereits im vergangene Jahr aufgegeben und den von ihm verursachten Schaden größtenteils behoben.

So wurde die Freiheitsstrafe von einem Jahr und acht Monaten zur Bewährung ausgesetzt. Verteidiger Wolfgang Polster hatte eineinhalb Jahre Haft mit Bewährung für ausreichend befunden. Als Auflage muss sein Mandant zudem 1500 Euro Geldbuße an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen und zwei Geschädigten noch jeweils 400 Euro erstatten. Der 37-Jährige akzeptierte das Urteil.
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