Mehr Züge, mehr Sicherheit? Worauf sich Bahnpendler während der Wiesn einstellen müssen

Realistische Einsatzübung der neuen mobilen Unterstützungsgruppe an der S-Bahn Haltestelle Hackerbrücke. (Foto: DB AG)

Die Deutsche Bahn und die S-Bahn München haben am Freitag ihr neues Konzept für die Zeit des Oktoberfests 2019 vorgestellt. Unter anderem setzt die Bahn in Bayern rund 500 zusätzliche Züge an den 16 Wiesntagen ein.

Das Oktoberfest in München steht kurz bevor: Zwischen dem 21. September und dem 6. Oktober erwarten die Veranstalter auf der Theresienwiese wieder zwischen sechs und sieben Millionen Festgäste. Viele davon kommen mit dem Zug und der S-Bahn zum Feiern - in der Vergangenheit führte das immer wieder zu übervollen Zügen und auch Probleme mit aggressiven Fahrgästen.

Damit es in diesem Jahr reibungslos verläuft setzt die Bahn in Bayern,  mit Unterstützung der  Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den bayerischen Schienenpersonennahverkehr plant, finanziert und kontrolliert, rund 500 zusätzliche Züge an den 16 Wiesntagen aufs Gleis. Allein bei der S-Bahn München gibt es während des Oktoberfestes insgesamt knapp 370 zusätzliche Fahrten, weitere 200 Züge ergänzen den Abendfahrplan auf den Außenästen. Dadurch entsteht bis weit nach Mitternacht auf allen Linien ein durchgehender 20-Minuten-Takt und ein 2-5-Minuten-Takt auf der Stammstrecke. „Alles, was rollen kann, schicken wir auf die Strecken“, sagt Heiko Büttner, Vorsitzender der Geschäftsleitung der S-Bahn München.

Für Kunden der S-Bahn empfiehlt Büttner als Fahrkarte das Wiesn-Tagesticket, das in allen Verkehrsmitteln des MVV – und falls es etwas später bei der After-Hour werden sollte – bis 6 Uhr des Folgetags gültig ist. Mehr Informationen unter www.s-bahn-muenchen.de.


Im Regionalverkehr verstärken DB Regio Bayern und die Südostbayernbahn viele Züge (etwa Verbindungen des Donau-Isar-Express und der Werdenfelsbahn) mit zusätzlichen Zugteilen und bieten im Auftrag der BEG rund 100 zusätzliche Zugfahrten an. Vor allem an den Wochenenden verbinden diese den Münchner Hauptbahnhof mit folgenden Zielen:

• Nürnberg über Ingolstadt und Pfaffenhofen
• Würzburg über Ochsenfurt, Ansbach und Treuchtlingen
• Donauwörth über Meitingen, Augsburg und Mering
• Augsburg über Mering
• Ulm über Günzburg, Dinkelscherben, Augsburg und Mering
• Kempten über Kaufbeuren, Buchloe und Kaufering
• Memmingen über Buchloe
Die zusätzlichen Züge sind ab sofort im Internet unter www.bahn.de/bayern
und www.s-bahn-muenchen.de aufgeführt. Auskünfte gibt auch der
Kundendialog der Bahn unter Telefon 089/20 355 000.

Die meisten Festbesucher kommen aus dem S-Bahn-Netz

„Rund 60 Prozent aller Festbesucher kommen aus dem S-Bahn-Netz München – rund 13 Prozent aus dem übrigen Bayern. Mit rund 500 zusätzlichen Zügen und einer Abfertigung im Minutentakt von unserem „Wiesnbahnhof Hackerbrücke“ sind wir das Verkehrsmittel der Wahl“, so Büttner. Die DB rechnet abermals mit rund drei Millionen zusätzlichen Fahrgästen zur Wiesn. Allein mit der S-Bahn München reisen gut 100.000 Menschen mehr am Tag, damit sind im S-Bahn-Netz insgesamt bis zu 940.000 Fahrgäste täglich unterwegs.

Noch mehr Präsenz für noch mehr Sicherheit

Für die Sicherheit sollen im Zusammenspiel Bundespolizei und DB sorgen. „Wir haben seit der Wiesn vergangenes Jahr sehr gute Erfahrungen mit dem Einsatz von Bodycams sammeln können“, bilanziert Torsten Malt, Leiter von DB Sicherheit in Bayern. „Nun haben wir unsere Einsatzkonzepte nochmals vertieft. Wir werden mit einer Mobilen Unterstützungsgruppe noch mehr Präsenz zeigen.“

Speziell auf Deeskalation geschulte Mitarbeiter treten stets in Gruppenstärke auf und sollen so entsprechende Situationen frühzeitig klären. Dieses Konzept ist ein Baustein des beim Berliner Sicherheitsgipfel zwischen Bund, Bahn und Polizei vereinbarten Maßnahmenpaktes. 

"Auch die Bundespolizeiinspektion München wird personell Hand in Hand mit der DB Sicherheit für eine friedliche Wiesn arbeiten“, so der Leiter der Bundespolizeiinspektion München, Jürgen Vanselow. Unter anderem postiert die Bundespolizei auf der Hackerbrücke wieder den beliebten Lautsprecherwagen, der nicht nur die Besucherströme lenkt, sondern mit entsprechender Partymusik auf ganz andere Art zur Deeskalation beiträgt.

Kurze Wege – auch vom Münchner Hauptbahnhof aus

Aber auch der Münchner Hauptbahnhof ist bereit für deutlich mehr Reisende. „Die Bauarbeiten am Holzkirchner Flügelbahnhof sind rechtzeitig abgeschlossen worden. So können Reisende vom Münchner Hauptbahnhof rasch in Richtung Bayerstraße und Theresienwiese gelangen“, sagt Karl Bliemetsrieder, Betriebschef am Münchner Hauptbahnhof. Die aktuellen Arbeiten und Baustelleneinrichtungen der 2. Stammstrecke behindern die Wege zum Oktoberfest übrigens nicht. „Und auch mit deutlich mehr Reisenden als den durchschnittlich 600.000 am Tag funktioniert die Wegeführung am Bahnhofsvorplatz sehr gut.“ 

Extra-Tipps der Deutschen Bahn für Bahnreisende:

• Alu-beschichtete Luftballone können vor allem in den Tunnelstationen der Stammstrecke bei Berührung mit der Oberleitung den Bahn-Verkehr zum Erliegen bringen. Die Mitnahme ist deshalb verboten. Die DB Sicherheit wird darauf ein besonderes Auge werfen. Wer dennoch in der Station einen Ballon verliert, sollte sofort das Sicherheitspersonal ansprechen. Denn: Bei einem Stromausfall in der Oberleitung kommt niemand mehr so schnell nach Hause.

• Besonders zu heißen Wiesn-Zeiten wie bei der abendlichen Anreise an Wochenenden sollte man direkt den kurzen Fußmarsch vom Hauptbahnhof zur Theresienwiese wählen, um somit Tram- und U-Bahnen zu entlasten. Auszubildende des Bahnhofsmanagements München weisen am Hauptbahnhof auf diese Alternative hin, ihr Motto: „Z' Fuaß samma schnella“.

• Angesichts des Rucksack- und Taschenverbotes auf der Theresienwiese sollten Besucher Gepäck in den Schließfächern und der Gepäckaufbewahrung am Hauptbahnhof abgeben. Deren Kapazitäten sind aber nicht unendlich. Im Bahnhof Pasing oder am Ostbahnhof gibt es weitere Schließfächer. Bester Tipp: möglichst ohne große Taschen und Rucksäcke anreisen.

• Für kleines Geld gibt es ein MVV-Wiesn-Ticket am DB-Automaten (gilt im S-Bahn-Bereich München).

• Bierkrüge gehören ins Festzelt. Die Mitnahme in die Bahn ist verboten – was von DB-Sicherheit und Polizei an den Bahnhöfen auch konsequent kontrolliert wird. Gekaufte Bierkrüge können verpackt mitgenommen werden. (pm/mh)
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