Nach Sexualdelikt in Augsburger Flüchtlingsunterkunft: Zwei Männer festgenommen, Ermittlungen dauern an

In zwei Flüchtlingsunterkünften in Augsburg und Friedberg nahm die Polizei am Mittwochmorgen DNA-Proben. (Foto: David Libossek)

Im Zuge der Ermittlungen zu einem Sexualdelikt hat die Polizei am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr DNA-Proben bei einigen Bewohnern zweier Flüchtlingsunterkünfte in Augsburg und Friedberg genommen. Dies teilt die Polizei am Mittwoch in einem Pressebericht mit. Es bestehe der dringende Tatverdacht, dass eine 15-Jährige Schülerin im Juli in der Augsburger Unterkunft sexuell missbraucht wurde. Zwei junge Männer hatten die Beamten bereits kurz nach der Tat festgenommen.

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Maßnahme beim Amtsgericht Augsburg. Die Schülerin hatte sich am 2. Juli mit einem 17-Jährigen Afghanen verabredet und sich mit ihm in sein Zimmer in der Unterkunft begeben. Dort bot er der Jugendlichen einen selbstgefertigten Joint an, nach dessen Konsum die 15-Jährige offenbar einen Filmriss erlitt und vom weiteren Geschehen nichts mehr mitbekam.

Passanten trafen das Mädchen später in hilflosem Zustand in Lechhausen an. Der Rettungsdienst brachte sie in die Kinderklinik. Dort wurde neben der Rauschgiftintoxikation auch der Verdacht des sexuellen Missbrauchs bestätigt.

Womöglich wurde das Mädchen von mehreren Männern missbraucht. Zur Aufklärung der Straftat richtete das Amtsgericht die Entnahme von Vergleichs-DNA-Material bei einem hierfür infrage kommenden vordefinierten Personenkreis hinsichtlich Alter, Größe und Herkunftsregion an. Dies passierte sowohl am eigentlichen Tatort in Augsburg, als auch in der Friedberger Unterkunft, da Bezugspunkte der Bewohner untereinander bestehen sollen.

Schon kurz nach der Tat hatte sich ein dringender Tatverdacht gegen den 17-jährigen Afghanen und einen weiteren 20-jährigen Landsmann ergeben, dem Beihilfe zur Last gelegt wird. Beide sitzen seitdem in Untersuchungshaft. 

"Weitere Auskünfte sind derzeit aus ermittlungstaktischen Gründen nicht möglich", so Polizeihauptkommissar Siegfried Hartmann.  "Wir werden aber berichten, sobald gesicherte Fakten zu möglichen weiteren Tatverdächtigen vorliegen." (pm)
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