Nachbarn eines Berufstrompeters aus Augsburg klagen - So hat nun der BGH geurteilt

Wie lange ein Musiker im Reihenhaus Trompete üben und Unterricht geben darf, darüber urteilte nun der Bundesgerichtshof (Symbolbild). (Foto: ljupco/123rf.com)

Ein Berufsmusiker aus Augsburg liegt seit Jahren mit seinen Nachbarn im Streit, weil diese sich durch dessen musizieren zu Hause gestört fühlen. Beide Seiten hatten sich bis in die letzte Instanz bekämpft, so dass der Fall vor dem Bundesgerichtshof (BGH) landete. Dieser kam nun zu einem Urteil.

In gewissen Grenzen darf man zu Hause musizieren, so der Bundesgerichtshof. Es komme immer auf den Einzelfall an. Wenn Nachbarn über das Musizieren im Haus streiten, dürfen Gerichte keine zu strengen Maßstäbe anlegen. Es müsse in gewissen Grenzen als übliche Freizeitbeschäftigung möglich sein, urteilte der BGH.

Wie laut ist das Instrument, wie wird musiziert, wie wird die Lautstärke im Nachbarhaus wahrgenommen, ist es eine enge Mietwohnung oder ein frei stehendes Haus? Grundsätzlich, so die Richter, müsse das Musik machen möglich sein, einen Anspruch auf völlige Stille gebe es nicht.

Die Bundesrichter halten zwei bis drei Stunden an Wochentagen und ein bis zwei Stunden an Sonn- und Feiertagen für angemessen.

Der Bundesgerichtshof verwies den Fall nun zur erneuten Entscheidung zurück an das Landgericht. Das Gericht habe einen "zu strengen Maßstab" angelegt. (jaf)
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