Ohne Anwalt vor Gericht: 27-Jähriger zeigt Polizisten Hitlergruß

(Foto: justizia_© tom_u 123rf.de)


Wer ohne Anwalt erscheint, müsse damit rechnen, mehr zahlen zu müssen, so der Rat von Richterin Susanne Schreiwiller am Gericht Augsburg an einen Angeklagten, der Einspruch gegen das vorhergehende Urteil erhob. Gemäß der Polizeiangaben habe der 27-Jährige aus Burgau gegen 3.44 Uhr in der Augsburger Maximilianstraße gegenüber einem herannahenden Streifenwagen die Hacken zusammengeschlagen den Hitlergruß und mit den Fingern der linken Hand den Hitlerbart gezeigt. Seiner eigenen Aussage nach habe er nur einem Taxi winken wollen. Rechte Gesinnung weist der Angeklagte von sich, er komme ja ursprünglich aus Russland.

Letztlich akzeptierte der Angeklagte das Urteil und die rechtslastigen Vorwürfe. Seinen Einspruch beschränkte er auf Anraten der Richterin nur noch auf die Rechtsfolgen - jetzt wird's für den russischstämmigen Deutschen billiger: Die Strafe von 90 mal 40 Euro Tagessatz wurde auf 90 mal 30 Euro Tagessatz gemindert wegen angeblicher monatlicher Fahrtkosten zur Arbeit und zurück über 1200 Euro.

Nun heißt es weiterhin im Urteil, er habe aus falschem Humor und unter Alkoholeinfluss die Tat begangen. Für weniger Strafe akzeptierte er den Vorwurf, Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen öffentlich benutzt zu haben. Es war für den Verurteilten keine Frage der Ehre, nur des Geldes. Bei dem verurteilten Bewährungsversager waren Vorstrafen bezüglich Verkehrsvergehen, Körperverletzung und Diebstahl anhängig. (Stefan Gruber )
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