Pädophiler Kinderarzt: Harry S. geht wohl erneut in Revision

Harry S. mit seinem Verteidiger Moritz Bode (rechts).

Der pädophile Kinderarzt Harry S. wurde diese Woche, nach einer erneuten Verhandlung, die über zwei Monate dauerte, zum zweiten Mal verurteilt: Zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren und neun Monaten mit anschließender Sicherungsverwahrung. Richter Roland Christiani rief den Angeklagten zum Ende der Verhandlung noch dazu auf, das Urteil dieses Mal anzunehmen - auch, um den Opfern eine erneute öffentliche Behandlung der über 20 Missbrauchsfälle zu ersparen. Diese Hoffnungen des Richters werden nun wohl enttäuscht:

Aus Sicht der Verteidiger ist das Strafmaß wohl noch immer zu hoch gewählt. Deshalb wolle man auch nach diesem zweiten Urteil erneut Revision einlegen. Der Bundesgerichtshof müsste dann die Entscheidung aus Augsburg wieder auf Fehler überprüfen. 

Im Jahr 2016 wurde Harry S. zum ersten Mal verurteilt - damals zu einer Haftstrafe von 13,5 Jahren und Sicherungsverwahrung. Laut Einschätzung von Roland Christiani war der ehemalige Kinderarzt schon "damals viel zu gut davongekommen". Das nun verhängte Strafmaß hätte er deshalb auch nur dem Verschlechterungsverbot bei Revisionsverfahren zu verdanken.

Harry S. hatte seit 1998 mehrere Buben missbraucht. Die Taten hatte er bereits im ersten Verfahren zugegeben. Im zweiten Verfahren hatten die Verteidiger darauf gepocht, dass ihr Mandant aufgrund seiner krankhaften Störung nicht voll schuldfähig sei. Roland Christiani sah aber keine verminderte Schuldfähigkeit.
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