Pflegebetrug in Südbayern: Razzien auch im Raum Augsburg

Im Zusammenhang mit Abrechnungsbetrug bei Intensivpflegediensten hatte die Polizei einem Bericht der Deutschen Presse-Agentur zufolge bereits am Dienstag Razzien in Wohnungen und Büros in Berlin, Bayern und Hessen durchgeführt (Symbolbild). (Foto: Joerg Huettenhoelscher/123rf.com)

In ganz Südbayern sind am Mittwoch Razzien durchgeführt worden – auch im Raum Augsburg. Bei den Durchsuchungen ging es um Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen.

Die Pflegedienste sollen zulasten der Sozialhilfeträger und der gesetzlichen Krankenversicherungen betrogen haben. Der Staatsanwaltschaft München I zufolge haben die Beschuldigten systematisch Schwächen im Kontrollsystem der Pflegeversicherung zu ihren Gunsten ausgenutzt. Der Schaden soll weit in den Millionenbereich gehen.

Großrazzia in Augsburg

Die Polizei durchsuchte verschiedene Objekte im Raum Augsburg. Gegen 9 Uhr versammelte sich ein Großaufgebot am Plärrer.

Seit Juni 2017 ermittelt die Staatsanwaltschaft München I gegen vorwiegend aus Osteuropa stammende organisierte Kriminelle bei Pflegediensten in Augsburg und München. Unterstützt wird sie dabei von der Ermittlungskommission „Eule“ der Kriminalpolizeiinspektion Augsburg und von der „Ermittlungsgruppe Amalie“ der Arbeitsgruppe Gesundheitswesen des Polizeipräsidiums München. 

500 Polizeibeamte in Augsburg im Einsatz

Neben 21 Münchner Staatsanwälten und zwölf Staatsanwälten der Staatsanwaltschaft Augsburg waren in der Fuggerstadt mehr als 500 Polizeibeamte im Einsatz, die rund 175 Objekte durchsuchten. Neben den Räumen von acht Pflegediensten und den Privatwohnungen der circa 40 Hauptbeschuldigten wurden auch die Wohnungen von etwa 120 Patienten durchsucht. Dabei waren auch um die 30 Pflegegutacher des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung anwesend und auch der Zoll, vertreten durch das Hauptzollamt Augsburg, beteiligte sich mit rund 30 Beamten an den Durchsuchungen und geht Hinweisen auf Scheinselbständigkeit oder Schwarzarbeit bei 24-Stundenpflegekräften nach.

Es seien 13 Beschuldigte aufgrund bereits zuvor beantragter und erlassener Haftbefehle des Amtsgerichtes München wegen Verdunkelungs- und Fluchtgefahr festgenommen worden, berichtet die Staatsanwaltschaft und erklärt: "Zugleich erfolgten durch Polizei und Staatsanwaltschaft Vermögensabschöpfungsmaßnahmen in Höhe von rund 3,6 Millionen Euro." (jaf)
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