Schmerzensgeld für Diana K.: Polizistenmörder sollen 20.000 Euro zahlen

Die Zivilkammer des Landgericht hat Diana K. 20.000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen. (Foto: Symbolbild / Sebnem Ragiboglu - 123rf.de)

Vor mittlerweile mehr als sechs Jahren wurde der damals 41-jährige Polizist Mathias Vieth im Dienst erschossen. Seine Kollegin Diana K., die während des Angriffs ebenfalls verletzt wurde und noch Jahre danach mit vor allem psychischen Folgen der Tat zu kämpfen hat, hat am Mittwoch vom Augsburger Landgericht Schmerzensgeld zugesprochen bekommen. Allerdings sehr viel weniger, als sie gefordert hatte.

Vieth und seine damals 30-jährige Kollegin beobachteten am 28. Oktober 2011 gegen 3 Uhr am Kuhsee zwei verdächtige Männer. Als die Streifenpolizisten die beiden kontrollieren wollten, flüchteten diese mit ihrem Motorrad. Die Beamten nahmen die Verfolgung auf. In einem Waldstück geriet das Motorrad ins Schleudern. Als die Polizisten die Verdächtigen stellen wollten, eröffneten diese das Feuer. Vieth wurde mehrfach an Hals und Kopf getroffen und starb noch am Tatort. Diana K. erlitt einen Streifschuss an der Hüfte und einen schweren Schock. Die Täter flüchteten.

Der damals 56-jährige Rudolf Rebarczyk aus Lechhausen und sein Bruder, der 58-jährige Raimund Mayr aus Friedberg, wurden schließlich im Dezember 2011 als Tatverdächtige festgenommen. Rebarczyk hatte bereits eine 19-jährige Haftstrafe abgesessen, weil er 1975 den damals 30-jährigen Polizisten Bernd-Dieter Kraus erschossen hatte. Ab Februar 2013 stand er erneut vor Gericht. Mord, versuchter Mord, schwerer Raub und Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz lauteten diesmal die Anklagepunkte gegen ihn und seinen Bruder. Die beiden stritten alle Vorwürfe ab. Das Gericht sah ihre Schuld aufgrund von Indizien wie DNA-Spuren dennoch als erwiesen an. Beide sitzen nun eine lebenslange Haftstrafe ab, Rebarczyk soll danach in Sicherungsverwahrung bleiben.

Für Diana K. aber war der Fall mit dem Urteil nicht abgeschlossen. Obgleich sie nur leicht verletzt wurde, seien es vor allem die psychischen Folgen der Tat, unter denen sie noch immer leide, sagte sie zu Beginn des Schmerzensgeld-Prozesses im Dezember 2016 aus. Sie habe ein Knalltrauma, also eine Schädigung des Innenohrs, und eine posttraumatische Belastungsstörung erlitten. Sie habe arbeiten wollen, sei aber immer erschöpfter gewesen und habe schließlich ihren Alltag nicht mehr bewältigen können. Nach einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik arbeitet K. wieder bei der Polizei - im Innendienst. Ein Gutachter hatte bestätigt, dass sie unter einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung leide - ausgelöst durch die Ereignisse im Oktober 2011.

Die Zivilkammer des Landgerichts sprach Diana K. nun Schmerzensgeld in Höhe von 20 000 Euro zu. Gefordert hatte sie 40 000 Euro. (mh/kd)
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