Schmerzensgeld für missglückte Blondierung: Kundin fordert 3000 Euro nach Friseurbesuch

Eine unzufriedene Kundin hat eine Friseurin auf 3000 Euro Schmerzensgeld verklagt. Das Amtsgericht urteilte: 500 Euro seien ausreichend. (Foto: Robert Wilson/123rf.com)

Ein missglückter Friseurbesuch hat nun das Augsburger Amtsgericht beschäftigt.

Die Klägerin besuchte einen Friseursalon im Landkreis Augsburg. Sie wollte die Haare in einem hellen Blond gefärbt haben. Das erzielte Ergebnis allerdings entsprach nicht dem von der Klägerin gewünschten Farbton. Statt hellblond waren ihre Haare vielmehr rotgolden. Die Friseurin trug daraufhin erneut Blodiercreme auf, mit einem höheren Anteil Wasserstoffperoxid. Es erfolgte ein zweites Blondieren, obwohl die Kopfhaut der Klägerin bereits gereizt war. Ergebnis dieses weiteren Blondier-Vorganges war, dass die Kopfhaut der Klägerin stark gereizt und gerötet war und ihre Haare brüchig wurden.

Die Klägerin behauptete, dass sie die Haare um 15 Zentimeter habe kürzen und - wegen der optischen Beeinträchtigung - ein Vorstellungsgespräch habe absagen müssen.

Die Klägerin begehrte ein Schmerzensgeld in Höhe von 3000 Euro wegen der erlittenen Körperverletzung, insbesondere wegen der erlittenen Schmerzen an der Kopfhaut und dem nahezu unerträglichen Juckreiz. Des Weiteren verlangte die Klägerin aufgrund der Schlechtleistung, Ersatz der Kosten für Spezialshampoos und Medikamente zur Behandlung der gereizten und geröteten Kopfhaut und Rückerstattung des bezahlten Betrages für das Blondieren der Haare.

Das Amtsgericht urteilte, dass die Beklagte ein Schmerzensgeld in Höhe von 500 Euro zu bezahlen hat. Ein höheres Schmerzensgeld sah das Amtsgericht nicht als angemessen an, da die Klägerin ihre Behauptung, dass sie ihre Haare aufgrund der Falschbehandlung um 15 Zentimeter habe abschneiden müssen, nicht nachgewiesen habe. Dass die Klägerin ihr Vorstellungsgespräch verpasst habe, sei nach Ansicht des Gerichts nicht im Rahmen eines Schmerzensgeldanspruches zu berücksichtigen. Des Weiteren muss die Beklagte der Klägerin die Kosten für Spezialshampoo und Medikamente erstatten und auch die Kosten für das Blondieren an die Klägerin zurückerstatten.

Die Klägerin nahm ihre Berufung gegen das Urteil zurück, nachdem auch das Landgericht Augsburg befand, dass das Schmerzensgeld vom Amtsgericht angemessen bestimmt sei.
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