Staatsanwaltschaft klagt bekannten Augsburger Geschäftsmann an: 41-Jähriger muss wegen Betrugs und Nötigung vor Gericht

Einen bekannten Augsburger Versicherungsvertreter hat die Staatsanwaltschaft nun wegen Betruges und Nötigung angeklagt. (Foto: Sebnem Ragiboglu-123rf.com)

Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen bekannten Augsburger Geschäftsmann wegen Betrugs und versuchter Nötigung zum Amtsgericht Augsburg erhoben.

"Der 41-jährige selbständige Handelsvertreter ist dringend verdächtig, im Frühjahr 2017 den Oberbürgermeister der Stadt Augsburg erfolglos in einem Brief aufgefordert zu haben, für die Annullierung seiner 2012 geschlossenen Ehe zu sorgen, um nicht in nicht näher benannten Haftungsfällen persönlich in Anspruch genommen zu werden", heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Weiterhin werde ihm zur Last gelegt, in den Jahren 2015 und 2016 bei einem Augsburger Kreditinstitut die Erhöhung und die Verlängerung seiner Kreditlinien mit unrichtigen Angaben zu seinen wirtschaftlichen Verhältnissen erreicht zu haben, wodurch ein Schaden von über 100.000 EUR entstanden sein soll.

Der 41-Jährige war im November auf einem Campingplatz in Italien festgenommen worden und befindet sich seit seiner Auslieferung im Januar 2018 in Untersuchungshaft.Die Staatsanwaltschaft hatte nach dem 40-Jährigen, der mit seiner Familie bereits seit einiger Zeit auf Mallorca lebte, zuvor mit einem europäischen Haftbefehl gefahndet.

Der Geschäftsmann ist als Vertreter gesellschaftlicher Kreise der Stadt und Unterstützer der CSU bekannt. 2011 stiftete er den Augsburger City Preis, mit dem die Stadt Bürger ehrt, die mit ihren Leistungen die Attraktivität der Innenstadt erhöhen. Der Versicherungsvertreter galt lange als Vertrauter von Oberbürgermeister Kurt Gribl, der auf seiner Hochzeit im Jahr 2012 auch Trauzeuge war. Im Gegenzug gehörte der Geschäftsmann ebenfalls zum kleinen Kreis der Gäste bei der zweiten Heirat des OB. Zuletzt machte der 40-Jährige im Herbst 2016 Schlagzeilen, weil er gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber, die Allianz, klagte. Infolge einer fristlosen Kündigung durch die Versicherung forderte er Ausgleichszahlungen, die ihm aus Sicht der Allianz jedoch nicht zustanden.

Das Strafgesetzbuch sieht für Betrug Freiheitsstrafen von einem Monat bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe vor.Für Nötigung beträgt der gesetzliche Strafrahmen Freiheitsstrafe von einem Monat bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Im Falle einer versuchten Nötigung, wie hier angeklagt, kann das Gericht von einem geringeren Strafrahmen ausgehen.


Termine zur Hauptverhandlung wurden noch nicht bestimmt.
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