Türkei schiebt terrorverdächtigen Augsburger ab: 32-Jähriger plante wohl Ausreise in Terrorcamp

Einen Augsburger Terrorverdächtigen haben die türkischen Behörden nun nach Bayern abgeschoben (Foto: Symbolbild: lukassek-123rf.com)

Türkische Behörden haben einen 32-jährigen Augsburger nach Bayern abgeschoben, der sich im Sommer 2017 mutmaßlich der in Syrien operierenden terroristischen Vereinigung „Hai´at Tahrir asch-Sham“ anschließen wollte. Bereits im November 2017 hatte die Polizei 13 Wohnungen in der Stadt und im Landkreis Augsburg untersucht, um Beweise gegen den 32-Jährigen und zwei weitere Terrorverdächtige zu sammeln.

Der zweite Verdächtige stammt ebenfalls aus Augsburg, der Dritte ist afghanischer Staatsangehöriger. Wie die Ermittlungsbehörde 2017 berichtete, standen alle drei Männer im Verdacht, sich in Syrien von einer Al-Qaida-nahen Terrorvereinigung militärisch ausbilden lassen und anschließend an Kampfhandlungen oder Anschlägen beteiligen zu wollen.

Die drei Männer waren von Augsburg aus gemeinsam in Richtung Syrien ausgereist. Als sie im Juni 2017 versuchten, über die Türkei in das Land einzureisen, nahmen türkische Behörden sie allerdings wegen Terrorismusverdachts fest. Die drei Männer kamen in türkische Untersuchungshaft. Der damals 31-jährige Verdächtige, den die Türkei nun nach Bayern abgeschoben hat, war zuvor zum Islam konvertiert.

Ermittlungsverfahren begann im Mai 2017

Das Ermittlungsverfahren gegen die drei Terrorverdächtigten war bereits im Mai 2017 eingeleitet worden, nachdem Hinweise bezüglich der Ausreise bekannt geworden waren, so die Polizei. Allerdings waren die Beschuldigten zu diesem Zeitpunkt bereits ausgereist. Mit den Ermittlungen beauftragt wurde damals der Operative Staatsschutz der KPI(Z) Schwaben Nord, der auch die Wohnungsdurchsuchungen durchführte. Auch gegen mögliche Helfer im Zusammenhang mit der Ausreise wurde ermittelt.

Der 32-Jährige befindet sich nun in Bayern in Untersuchungshaft. Nach Informationen des BR schoben die türkischen Behörden ihn am 10. Januar nach Deutschland ab. Die Polizei habe den Augsburger am Flughafen Stuttgart festgenommen.

Nun ermittelt die Generalsstaatsanwaltschaft München wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen den Terrorverdächtigen.

Wie der BR berichtet, habe er nach seinem Aufenthalt in der syrischen Untersuchungshaft anschließend ein Jahr in Abschiebehaft verbracht. Wo sich die beiden Männer aufhalten, mit denen der 32-Jährige mutmaßlich nach Syrien reisen wollte, sei unklar: Aus ermittlungstaktischen Gründen wollte sich die Generalstaatsanwaltschaft nicht weiter zu den beiden 22-Jährigen äußern.
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