Über 100 Taten: Augsburger Polizei fasst Seriendieb und Betrüger

Symbolbild (Foto: kritchanut, 123rf.com)

Einen 27-Jährigen aus Gersthofen, der seit Januar eine Vielzahl von Diebstählen begangen und hierbei einen Schaden von rund 13.000 Euro verursacht haben soll, hat nun die Polizei festgenommen.

Die Taten habe er überwiegend im Landkreis Augsburg, unter anderem in Stadtbergen, Gersthofen, Langweid und Meitingen, aber auch in der Augsburger Innenstadt verübt, erklärt die Polizei in ihrem Bericht. Der Mann habe zu den normalen Öffnungszeiten etwa Arztpraxen, Fitness-Studios und ähnliche Büroräumlichkeiten aufgesucht und dort aus abgestellten Handtaschen oder aufgehängten Jacken Geldbörsen entwendet. Er entnahm neben dem Bargeld auch die jeweiligen Scheckkarten und tätigte damit Einkäufe in den unterschiedlichsten Geschäften.

Nach derzeitigem Sachstand soll der 27-Jährige für mehr als 100 Taten in Betracht kommen, der deutlich überwiegende Teil davon begangen durch Transaktionen mittels der entwendeten Scheckkarten im elektronischen Lastschriftverfahren. Hierzu fälschte er auch erfolgreich die Unterschriften der jeweiligen Karteninhaber.

Erworben habe er vor allem Kleidung, Rucksäcke, Drogerieartikel, Zigaretten, Getränke, Lebensmittel und sonstige Artikel des täglichen Bedarfs.

Auf die Spur des weitestgehend geständigen Mannes - der auch in unversperrten Autos abgelegte Geldbeutel nicht verschmähte - kamen die Ermittler der Kripo Augsburg, nachdem dieser in mehreren Geschäften und Tankstellen von der dortigen Videoüberwachungskamera gefilmt worden war. Eine entsprechende Spurenauswertung an den Tatorten führte dann auch zu einem DNA-Treffer, der den Tatverdacht gegen ihn erhärtete.

Der 27-Jährige befindet sich inzwischen in Untersuchungshaft; außerdem wird geprüft, welche weiteren gleichgelagerten Straftaten ihm zugerechnet werden können.

Ernüchternd für die kriminalpolizeilichen Sachbearbeiter sei gewesen, so teilt die Polizei noch mit, dass die meisten Geschädigten nach Feststellung des Diebstahls zwar die Sperrung ihrer EC-Karte bei ihrer Bank veranlassten, etliche Geschädigte jedoch zunächst gar keine Anzeige erstatteten. Nach einer polizeilichen KUNO-Sperrung hätte die missbräuchliche Benutzung der gestohlenen Karte im Lastschriftverfahren zumindest größtenteils verhindert werden können. KUNO(Kriminalitätsbekämpfung im unbaren Zahlungsverkehr unter Nutzung nichtpolizeilicher Organisationsstrukturen) "ist ein freiwilliges System der Polizeibehörden und der Wirtschaft. Ziel ist, Betrugsfälle im kartengestützten Zahlungsverkehr zu reduzieren". (pm)
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