Urteil im zweiten Prozess gegen Harry S. ist gesprochen

Harry S. hatte gegen das erste Urteil des Landgerichts Revision eingelegt. (Foto: Stefan Gruber)

In der zweiten Auflage im Prozess gegen den pädophilen Kinderarzt Harry S. ist nun das Urteil gefallen.

Zu 12 Jahren und 9 Monaten Haft verurteilten die Augsburger Richter den Kinderarzt am Dienstagvormittag - mit anschließender Sicherungsverwahrung. Damit kommt der Mann, der mehr als 20 Jungen missbraucht hat, erst wieder frei, wenn ihm Experten bescheinigen, dass keine Gefahr mehr von ihm ausgeht. Auch ein Berufsverbot verhängte das Landgericht.

2016 war Harry S. zu dreizehneinhalb Jahren Haft, anschließender Sicherungsverwahrung und lebenslangem Berufsverbot verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte dieses erste Urteil aber teilweise aufgehoben, weil aus Sicht der Bundesrichter nicht ausreichend geprüft wurde, ob Harry S. bei den Taten wirklich voll schuldfähig war.

Die Verteidiger von Harry S. hatten eine Strafe von maximal acht Jahren beantragt und die Sicherungsverwahrung und das Berufsverbot abgelehnt. Ihre Sicht der Dinge: Das Geständnis und die Entschädigungszahlungen des Angeklagten an die Opfer wurden zu wenig berücksichtigt. Die Staatsanwaltschaft hatte in ihrem Plädoyer die gleiche Strafe wie 2016 gefordert. (jaf, kd)
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