Verkehrsstatistik: Alle 20 Minuten passiert ein Unfall auf Schwabens Straßen

Das Polizeipräsidium Schwaben Nord hat am Montag die Verkehrsstatistik für 2017 veröffentlicht. Im Zuge einer Pressekonferenz beleuchteten Polizeivizepräsident Norbert Zink und Polizeioberrat Ralf Bührle  die wesentlichen Fakten und Entwicklungen des Unfallgeschehens im vergangenen Jahr für den gesamten Präsidiumsbereich.

Die Gesamtzahl der von der nordschwäbischen Polizei registrierten Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr von 26.230 (2016) auf 26.661 (2017) und damit um 1,64 Prozent gestiegen.Die Zahl der dabei verletzten Personen nahm hingegen um 2,85 Prozent, von 5.024 (2016) auf 4.881 (2017) ab.

Die Zahl der Verkehrstoten lag, wie schon im Jahr 2016, bei 30 Personen. Dieser Wert stellt somit erneut den niedrigsten Stand seit Statistikbeginn dar. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass sich unter den Verkehrstoten weder ein Kind noch ein Jugendlicher  befand. Die Zahl der getöteten Senioren stieg allerdings deutlich um 87,50 Prozent, von acht (2016) auf 15 (2017). Somit war die Hälfte aller Getöteten älter als 65 Jahre.

Wurden in der ersten Jahreshälfte 2017 insgesamt  sechs Verkehrstote registriert, so stieg deren Zahl bis Ende Oktober auf 26 Getötete an. Acht  Verkehrsteilnehmer kamen auf Bundesstraßen, sechs auf Staatsstraßen, vier auf Kreisstraßen, zwei auf Gemeindestraßen und ein Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn ums Leben. Neun Verkehrsteilnehmer verunglückten im innerstädtischen Bereich.

Überblick Stadt Augsburg und Landkreise:

In der Stadt Augsburg gab es insgesamt 10.660 Verkehrsunfälle. 10.621 waren es im Jahr 2016.  Das macht einen Anstieg um 0,37 Prozent. Verletzt wurden dabei 1817 Verkehrsteilnehmer. 1872 waren es im Vergleich im Vorjahr.  Die Zahl der Verletzten hat also um  2,94 Prozent abgenommen. Sieben Menschen wurden durch die Unfälle getötet. 2016 waren es nur zwei. Daraus ergibt sich ein Anstieg um 350 Prozent.


Im Landkreis Augsburg ereigneten sich 6315 Verkehrsunfälle. 6.075 waren es im Jahr 2016.  Das macht einen Anstieg um 3,95 Prozent. Verletzt wurden dabei  1190. 1222 Verletzte gab es im Vorjahr. Die Zahl der Verletzten hat also um  2,62 Prozent abgenommen. Wurden 2016 noch zehn Menschen getötet, waren es 2017 noch acht. Getötete 8 und damit  20 Prozent weniger.

Im Landkreis Aichach-Friedberg ereigneten sich insgesamt 3812 Verkehrsunfälle. 3599 waren es im Jahr 2016. Damit ergibt sich ein Anstieg um 5,92 Prozent. Verletzt wurden 2017 715 Menschen. 786 Verletzte gab es im Vorjahr, die Zahl ist also um 9,03 Prozent zurück gegangen. Die Anzahl der
Getöteten ist von sieben auf drei und damit um 57,14 Prozent zurückgegangen.  

Im Landkreis Dillingen gab es insgesamt 2188 Verkehrsunfälle. 2016 waren es noch  2232. Das entspricht einem Rückgang um  1,97 Prozent. Verletzte 465  Menschen wurden verletzt, 501 Verletzte gab es 2016. Die Zahl ist also um 7,19 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Getöteten ist von vier auf sechs Menschen angestiegen und damit um 50 Prozent.  

Im Landkreis Donauwörth ereigneten sich insgesamt 3686 Verkehrsunfälle. 3703 waren es noch 2016. Die Zahl ist damit um  0,45 Prozent zurückgegangen. Verletzt wurden 694 Menschen, 2016 gab es 643 Verletzte. Damit hat sich die Zahl um 7,93 Prozent erhöht. Sieben Menschen kamen 2016 durch Unfälle ums Leben, 2017 wurden sechs getötet.Das entspricht einem Anstieg um 14,29 Prozent.

Unfallursachen:

Unfallursache Geschwindigkeit:Betrachtet man die Hauptunfallursachen auf die Gesamtzahl der Unfälle bezogen, in der auch die Kleinunfälle enthalten sind, so liegt auf Platz 1 der mangelnde Sicherheitsabstand (33 Prozent), gefolgt von Fehlern beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (25 Prozent), Vorfahrtsverletzungen (15 Prozent) und an vierter Stelle die Geschwindigkeit (10 Prozent).

Betrachtet man die tödlichen Verkehrsunfälle, so liegt die Unfallursache Geschwindigkeit mit einem Anteil von 26 Prozent auf Platz 1 gefolgt von den Verstößen gegen die Straßenbenutzung/Rechtsfahrgebot sowie von Fehlern beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (16 Prozent beziehungsweise 15 Prozent).

Unfälle unter Alkoholeinfluss:Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss belief sich auf insgesamt 365. Erfreulicherweise gingen sowohl der Anteil der dabei verletzten Personen von 213 (2016) auf 209 (- 1,88 Prozent) als auch die Anzahl der dabei tödlich Verunglückten von sechs (2016) auf vier (-33,33 Prozent) zurück. Die Unfallursache „Alkohol“ steht bei den tödlichen Verkehrsunfällen mit 10 Prozent an vierter Stelle.

Zweiradunfälle:Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei erneut einen Anstieg der Fahrradunfälle um 4,28 Prozent, von 1426 (2016) auf 1487 (2017). Daraus resultierte, dass auch die Anzahl der dabei verletzten Personen um 2,40 Prozent von 1252 (2016) auf 1282 (2017) angestiegen ist. Leider musste bei den getöteten Radfahrern ein erheblicher Anstieg von einem (2016) auf acht (2017) verzeichnet werden. In sechs von acht Fällen (75 Prozent) war dem Unfallgeschehen dabei ein Fehlverhalten der Radfahrer vorausgegangen. Von den insgesamt acht getöteten Radfahrern hatte nur ein Radfahrer einen Fahrradhelm getragen.

Annähernd gleich blieb die Anzahl der Unfälle im Bereich des motorisierten Zweiradverkehrs. In diesem Segment ereigneten sich 2017 insgesamt 595 Unfälle, ein leichter Anstieg von 0,17 Prozent gegenüber dem Vorjahr mit 594 Unfällen. Die Zahl der Verletzten ging um 3,49 Prozent, von 516 (2016) auf 498 (2017), die Zahl der Getöteten um 14,29 Prozent, von sieben (2016) auf sechs (2017), zurück.

Ablenkung im Straßenverkehr:Ein leider immer noch aktuelles Thema ist die Beeinflussung von Fahrzeuglenkern durch Ablenkung, sei es durch das Telefonieren oder durch die Nutzung von besonderen Diensten wie WhatsApp oder Facebook beim Fahren. Mit Schwerpunktkontrollen, ganzjährigen Präventionsveranstaltungen sowie der Publikation von 1200 Plakaten im gesamten nordschwäbischen Bereich sollten Verkehrsteilnehmer im zurückliegenden Jahr im Hinblick auf diese Thematik sensibilisiert werden. Im Ergebnis konnte ein Rückgang der festgestellten Verstöße im Zusammenhang mit der Benutzung von Mobiltelefonen um 7,63 Prozent, von 6057 (2016) auf 5595 (2017), erreicht werden.

Präventionsmaßnahmen:

Polizeivizepräsident Norbert Zink hob insbesondere die Präventionsarbeit der nordschwäbischen Polizei im Bereich der Verkehrssicherheit hervor. So nahmen 2017 insgesamt 7755 Schüler an der Ausbildung der Jugendverkehrsschulen zum sicheren Radfahren teil.

Auch engagieren sich im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord derzeit circa 2300 ehrenamtliche Helfer im Schulwegdienst. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass auch 2017 kein Kind auf dem Schulweg ums Leben kam.
Jeder fünfte getötete Verkehrsteilnehmer im nordschwäbischen Bereich war ein motorisierter Zweiradfahrer. Trotz eines Rückgangs um 14,29 Prozent, von sieben (2016) auf sechs (2017) Getötete, werden auch 2018 wieder Schwerpunktaktionen zum Thema Motorradsicherheit durchgeführt. Bereits jetzt sei auf die Anfang März 2018 beginnende Plakataktion „Bitte Drehzahl runter“ an der „Bergstrecke Mickhausen“ verwiesen.

Fazit:

Die Auswertung der Unfallzahlen für den Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord ergab:
 Alle 20 Minuten ereignet sich ein Verkehrsunfall.
 Fast alle zwei Stunden wird dabei ein Mensch verletzt.
 Etwa jeden zwölften Tag wird dabei ein Mensch getötet.

Polizeivizepräsident Zink äußerte sich im Rahmen der Pressekonferenz insbesondere zur polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit, appellierte in diesem Zusammenhang aber auch zugleichan die Verkehrsteilnehmer: Wir werden unsere Maßnahmen zur Steigerung der Verkehrssicherheit weiterhin aufrechterhalten und diese bei erkannten Schwerpunkten intensivieren. Bei den Hauptunfallursachen zeigt sich leider immer wieder, dass dem Verkehrsunfall ein bewusst verkehrswidriges Verhalten der Verkehrsteilnehmer vorausgegangen war. Letztlich können wir alle mit unserem Verhalten zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen. Dazu gehört es, auch mal den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, auf andere (insbesondere auch Schwächere) Rücksicht zu  nehmen oder aber in der ein oder anderen Situation auch auf seinen Vorrang zu verzichten!“
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