Leptospirose – Gefahr aus dem Wasser

Gefährliche Erfrischung – lassen Sie Ihren Hund zum Schutz vor gefährlichen Krankheitserregern besser nicht aus stehenden Gewässern oder Pfützen trinken (Foto: rudis-fotos.de / pixelio.de)

Die Tierärztin rät*

Wenn die Tage wärmer werden, ist vor allem für Hunde die Gefahr besonders groß, sich mit dem gefährlichen Leptospirose-Erreger anzustecken. Die auch als Stuttgarter Hundeseuche bekannte bakterielle Erkrankung kann tödlich verlaufen. In Deutschland trat sie bislang nur vereinzelt auf, ist aber auf dem Vormarsch. Besondere Vorsicht ist geboten, weil Leptospirose als sog. Zoonose vom Tier auf den Menschen übertragen werden kann.

Die Erreger werden von infizierten Tieren (v. a. wildlebende Nagetiere) ausgeschieden und gelangen so in Boden und Wasser, wo sie teils monatelang überleben können. Hunde – und Menschen – können sich beim Baden in warmen stehenden Gewässern oder durch Trinken aus Pfützen indirekt anstecken. Oder direkt durch unmittelbaren Kontakt mit infizierten Tieren, also durch Bisse, Kratzer oder Speichel.

Im Körper gelangen die fadenförmigen Bakterien über die Blutbahnen in die Organe. Dort vermehren sie sich schnell und führen zu unterschiedlich schweren Schäden. Es kann einige Tage dauern, bis sich Symptome zeigen, selbst eine Infektion ohne Symptome ist möglich. Gefahrensignale sind auf jeden Fall Mattigkeit, Fieber, Erbrechen oder Schmerzen im Bauchraum. Sie können mild oder, vor allem bei jungen und ungeimpften Tieren, heftiger verlaufen. Mögliche Folgen sind Multiorganerkrankung mit schweren Funktionsstörungen von Leber und/oder Niere, zentralnervöse Störungen und Augenerkrankungen. Wird die Infektion nicht oder zu spät behandelt, kann sie zum Tod führen. Erfolgt die Behandlung rechtzeitig, haben infizierte Tiere eine gute Chance auf Genesung.

Der beste Schutz vor Leptospirose ist die Impfung. Sie ist für Hunde in Deutschland eine sog. Core-/Pflichtimpfung und muss nach der Grundimmunisierung (zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen) mindestens jährlich aufgefrischt werden. Dass es trotz Impfungen in letzter Zeit immer wieder zu Leptospirose-Fällen kommt, liegt an neuen Erreger-Typen. Ein angepasster Impfstoff, der vor den vier hauptsächlich vorkommenden Serotypen schützt, ist bereits verfügbar. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Tierarzt.

* Tonia Olson ist Ihre Tierärztin im Tierheim Augsburg
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