„Agrargifte gehören aus der Landwirtschaft raus!“ meint der Biolandbauer Johannes Kreppold und trifft beim BUND Naturschutz e.V., Ortsgruppe Augsburg (BN), auf Gleichgesinnte

Die Kälber sind an diesem Tag genauso neugierig wie die BN-Besucher, sie bestaunen einander.
 
Das übergroße Pärchen „Frau hebt Mann“, eine Holzskulptur

Pressebericht - Text und Fotos: Claudia Klemencic, Pressereferentin der Ortsgruppe Augsburg BUND Naturschutz e.V.

Ein Besuch beim Biobauern - dort geht´s auch ohne Glyphosat! und
Kunst am Bioland-Bauernhof: Ein unerwarteter Genuss für die Besucher

An einem Freitag am 20. April 2018 am späteren Nachmittag starten fast 30 Personen, darunter 4 Kinder, in Augsburg zu einem Ausflug. Organisiert hat ihn Dr. Günter Bretzel vom BUND Naturschutz e.V., Ortsgruppe Augsburg (BN). Das Ziel ist der Einödhof „Biolandhof Kreppold“ in Wilpersberg im Wittelsbacher Land. Die Gruppe erlebt da einen Sommertag im Frühling mit der gastfreundlichen Familie des Biobauern Johannes Kreppold.
Seit 1982 bewirtschaftet die Familie Kreppold den Einödhof in Wilpersberg biologisch, d.h. mit artgerechter Tierhaltung und unter Verzicht auf Kunstdünger, Pestiziden und Gentechnik. Um den Hof- und Naturkostladen und den Gemüsegarten kümmert sich Theresia Kreppold, die für die BN-Gäste an diesem Apriltag eine vorzügliche Brotzeit vorbereitet hat. Das Gemüse und die Ware stammen aus dem eigenen Garten und Hofladen – alles frisch und bio und köstlich und ein Augenschmaus.

„Agrargifte gehören aus der Landwirtschaft raus!“

, sagt der Biobauer und die BN-Besucher stimmen zu. Bei Johannes Kreppolds Bericht über seine Arbeit wird spürbar, wie verbunden dieser Biobauer mit Boden, Tieren und Menschen ist. Er hat Interesse daran, dass der Konsument erfährt, worauf es bei der Biolandwirtschaft ohne Agrargifte ankommt und wie eine solche machbar ist. Auf ca. 78 ha Ackerland und 22 ha Grünland bauen seine Mitarbeiter vor allem Backgetreide (Weizen, Roggen, Dinkel) und Hafer an. Die Vermarktung erfolgt über regionale Mühlen und Bäckereien und den Hofladen. Das frische Brot dürfen die BN-Ausflügler am Ende der Führung und beim Lagerfeuer zur Brotzeit genießen.
„Daneben stehen auch Hackfrüchte (Körnermais, Zuckerrüben) oder Gemüse wie Rote Beete und Möhren in der Fruchtfolge. Der Kleegrasanbau dient der Erholung des Bodens und liefert neben dem Grünland Futter für unsere Mutterkühe“, erklärt der Biobauer.
Die Kälber sind an diesem Tag genauso neugierig wie die BN-Besucher, sie bestaunen einander.

Von den Kälbern zu den Landwirtschaftsmaschinen - eine Freude für alle

Die Kinder erstürmen mit Freude die Traktoren und lassen sie in ihrer Phantasie fahren. Die Erwachsenen staunen über die Ansammlung von Agrarmaschinen und Traktoren und lauschen den Worten von Johannes Kreppold. Zu jedem Stück in der Scheune, die einem Agrarmuseum ähnelt, kennt er eine Geschichte. Wie die Arbeit der Bauern sich positiv gewandelt hat durch die Industrialisierung und Modernisierung, weiß der Landwirt zu schätzen, der in seiner Kindheit hart arbeiten musste. Von seinem Onkel hat er die Landwirtschaft gelernt und übernommen.

Kunst am Bioland-Bauernhof

„„Die Kunst ist zwar nicht das Brot, wohl aber der Wein des Lebens,“ sagte der deutsche Dichter Jean Paul im 18. Jahrhundert. Auf dem Wege zu den leiblichen Genüssen und Lagerfeuer finden die Besucher zum Kunstgenuss auf diesem außergewöhnlichen Bauernhof. „Als Landwirt gehe ich jeden Tag mit natürlichen Materialien um. Da lag es nahe, diese nicht nur zu gebrauchen, sondern ihnen im künstlerischen Umgang Gestalt zu geben,“ sagt Johannes Kreppold, als er auf die Kunst am Gelände des Bauernhofs angesprochen wird.
Die Besucher staunten nicht wenig, als sie auf das übergroße Pärchen „Frau hebt Mann“, eine Holzskulptur, zugehen. Die Frau, zwar kleiner als der Mann, oder scheint das nur so, denn sie hebt den Mann in die Höhe. „Frauenpower“ raunt jemand, eine Frau aus der Besucherrunde. Die figurative Monumentalplastik dieser beiden übergroßen Menschen, Frau und Mann, wirkt expressiv, obwohl sie beide stilisiert, abstrahiert, minimiert sind. Die Frau ist an ihrer Figur und ihren langen Haaren erkennbar. Die Arme könnten beiden Menschen gehören, aber nach näherem Hinschauen, meint der Betrachter zu erkennen, dass die Frau den Mann hebt und es die Arme der Frau sind. Dies scheint jedenfalls so, wenn der Betrachter auf die Skulptur zugeht. Aus einer Seitenperspektive sieht das Paar aus, als umarme der Mann die Frau. Die Skulptur steht frei unter dem Dach eines offenen Lagerplatzes für Stroh, im Hintergrund eine abstrakte Plastik und die Natur zu erkennen. Das helle Holz bewirkt einen guten Kontrast zur Umgebung. Der Blick auf diese Skulptur steigert die Wertschätzung von weiblicher Kraft, Kreativität und Fleiß. Theresia Kreppold, die Frau des Künstlers und Biobauern, hat bei ihrer Bewirtung einen wahren Augenschmaus für die hungrige Gesellschaft zubereitet. Die Gäste wissen ihr Werk und das des Biobauern zu schätzen und danken beiden. Die Veranstalter des BN haben sich vorgenommen, sie wollen in Zukunft diesen Besuch einmal im Jahr für Interessierte anzubieten.
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