Aktionstag beim JMD

Augsburg: Diakonisches Werk | Jugendmigrationsdienste machen vor Haushaltsberatungen auf gute Integrationsarbeit und auch auf Unterfinanzierung aufmerksam.

Die Jugendmigrationsdienste (JMD) sind Anlaufstellen für Zwölf- bis 27-Jährige, die Fragen zum Übergang von der Schule zum Beruf haben oder Unterstützung bei der sprachlichen und sozialen Integration benötigen. MdB Ulrike Bahr informierte sich in Augsburg über die aktuellen Angebote des JMD und dessen Problemlagen.


Viele junge Menschen mit Migrationshintergrund benötigen Unterstützung in Fragen der Integration. Bei einem bundesweiten Aktionstag wurden Abgeordnete des Deutschen Bundestages eingeladen, um sie über die Situation der Fachdienste zu informieren und auf die Unterfinanzierung aufmerksam zu machen.

MdB Ulrike Bahr (SPD) folgte der Einladung des Jugendmigrationsdienstes des Diakonischen Werkes Augsburg (DWA) und informierte sich vor Ort über die Bedarfe des JMD. Pfarrer Fritz Graßmann, Theologischer Vorstand des DWA, die Mitarbeiter Carina Dannowski, Deborah Foth und Manfred Hörr sowie die von ihnen betreute junge Frau Katia Yacoub waren am Gespräch beteiligt.

Die JMD-Stellen werden aus dem Kinder- und Jugendplan (KJP) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert. Die Anzahl der in Bayern von Sozialarbeitern betreuten Jugendlichen mit Migrationshinter­grund steigt stark bei nahezu gleichbleibender finanzieller Ausstattung. 2018 wurden die KJP-JMD-Mittel bundesweit zwar um 2 Mio. Euro aufgestockt. Außerdem wurde das Präventionsprojekt gegen Extremismus „Respekt Coaches“ an JMD-Standorten angesiedelt, wodurch auch der JMD des Diakonischen Werkes Augsburg eine zusätzliche Personalstelle erhalten hat. Entgegen der Annahme bringen diese zusätzlichen in der Region eingerichteten Stellen für die Beratungstätigkeit des JMD jedoch keine Entlastung, wurde von Manfred Hörr angemerkt. Bei der Stelle des „Respect Coaches“ sollen Projekte an Schulen initiiert werden. Dies werde noch zusätzliches Klientel für die Beratungsstellen einbringen.

Deshalb sollte der Ausbau der Jugendmigrationsdienste mit zusätzlichen Mitteln fortgesetzt werden. Dies sei dringend notwendig, um den individuellen Förderbedarf bei der Integration der jungen Menschen aufrechtzuerhalten. Ein flächendeckendes und bedarfsgerechtes Angebot sei noch lange nicht in Sicht, betonte Pfarrer Fritz Graßmann.

Katia Yacoub, vor zwei Jahren aus Syrien eingereist, hat in kurzer Zeit die deutsche Sprache erlernt und das für ein Medizinstudium notwendige Sprachniveau C1 erreicht. Die junge Frau wurde vom JMD während ihrer ersten Schritte bis zur Bewerbung für das Studium an verschiedenen Universitäten betreut. Nun hat sie sieben Zulassungen an verschiedenen Universitäten und kann sich ihren Studienort auswählen. Der JMD hatte Kontakt zur Otto-Benecke-Stiftung hergestellt und damit die Finanzierung bis zum erforderlichen Sprachniveau erzielt. Unterstützt wurde Katia Yacoub auch durch das Lern- und Sprachpatenprojekt des JMD.

Ulrike Bahr sagte den Mitarbeitern des Jugendmigrationsdienstes zu, sich vor den anstehenden Haushaltsberatungen für eine Erhöhung der KJP-Fördermittel einzusetzen. Die Mitarbeiter des JMD des Diakonischen Werkes Augsburg hoffen nun, dass die Kontakte der Abgeordneten Bahr im BMFSFJ und in den Ausschüssen des Bundestages möglichst zeitnah die Personalsituation der JMD-Fachberatungsstellen verbessern.

Foto: DWA/Deborah Foth

Bildunterschrift: Ulrike Bahr (2.v.l.) informiert sich beim JMD des Diakonischen Werkes Augsburg über die Situation des Fachdienstes.
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