Anwohner kämpfen um das Schwabencenter

Bürgermeisterin Eva Weber sagte Unterstützung der Stadt zu. Links von ihr Sabine Pfister rechts Angela Kemming. (Foto: Blöchl)
 
(Foto: Cynthia Matuszewski)

So belebt und gut besucht war die Ladenpassage im Schwabencenter im Herrenbach schon lange nicht mehr. „Mit so vielen Leuten hatten wir niemals gerechnet!“ waren auch die Organisatorinnen Angela Kemming, Lisa Schuster und Sabine Pfister positiv überrascht über die Resonanz des Aufrufs durch das „Wohnzimmer im Schwabencenter“.

„5 vor 12“ ist es im ehemaligen Prestigeobjekt, viele Läden stehen leer, auch der große Edeka-Markt wird demnächst schießen. Erst in der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass die Ladenpassage an einen neuen Inhaber, die Augsburger Firma Solidas verkauft worden war. Etwas überraschend nach langen Verhandlungen mit dem bisherigen Investor.

Die Initiatorinnen, die beruflich mit dem Stadtteilzentrum verbunden sind, hatten schon davor zum Protest aufgerufen. Geschätzt mehr als 200 Menschen kamen am Samstag. Viele Bewohner der drei großen Wohngebäude, Beschäftigte der Firmen und Läden und auch viele Anwohner unterstützten die Forderung nach einer Belebung der Ladenpassage und ihrer Weiterführung auch als Begegnungszentrum für den Stadtteil.

Angeführt von der Sambagruppe „Pica Pau“ zog man lautstark durch die Ladenpassage, Luftballons und bunte Schilder ergaben ein buntes Bild. Viele Ältere waren gekommen, teils im Rollstuhl, und wiesen auf die Probleme hin, die ihnen durch den Wegfall der Nahversorgung entstehen würden. Schülerinnen und Schüler der Herrenbachschule hatten Bilder zum Thema „„Mein Wunsch-Schwabencenter“ gestaltet, im Begegnungsraum „Wohnzimmer“ wurde ein Flohmarkt organisiert. Unterschriften wurden gesammelt, auch viele Geschäfte beteiligten sich an der Aktion.


Stadt sagt Unterstützung zu

Auch Bürgermeisterin Eva Weber und einige Stadträte waren da und interessierten sich für die Situation und die Anliegen von Kunden und Bewohnern des Schwabencenters. Weber sicherte die Unterstützung der Stadt zu. Zumindest ließ sie die Hoffnung anklingen, für die Nahversorgung eine Lösung zu finden. Sie begrüßte, dass mit der Firma Solidas „nun eine Augsburger Firma, die auch anderweitig in der Stadt aktiv ist“ die Geschicke in die Hand nehmen wird. Sie erhofft sich dadurch bessere Möglichkeiten der Kooperation. Die Firma ist unter anderem auf dem ehemaligen Baywa-Gelände in Lechhausen als Investor tätig.

Für viele Bewohner vor allem im höheren Alter ist der Wegfall der Einkaufsmöglichkeiten ein harter Einschnitt in ihrer Lebensqualität. So meint eine ältere Dame im Rollstuhl: „Die nächsten Geschäfte sind für mich sehr schwer erreichbar.“ Sie wird dann auf Hilfe angewiesen sein. Claudia Zerbe vom Kompetenznetz Demenz, die ihr Büro im Gebäude hat, sieht schon jetzt, dass die „Lebensqualität durch die fehlenden Läden fällt.“ Neben den Läden spielen auch Cafés und Gaststätten als Begegnungsorte eine wichtige Rolle.

In den drei markanten Gebäuden an der Friedberger Straße selbst sind auch Praxen und Büros untergebracht. Sie sind allerdings unabhängig von den Eigentümern und der Verwaltung der Ladenpassage. Jetzt erhofft man sich, dass der sicher notwendige Umbau zur Steigerung der Attraktivität der Ladenpassage und damit des gesamten Komplexes zügiger voran geht, als in der Vergangenheit.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.