Auf den Straßen der Römer: Karten zeigen Verlauf der Via Claudia Augusta

„4 Karten durch die Jahrtausende“ zeigen jetzt unter anderem wie man sich die Regionen entlang der Via Claudia Augusta in unterschiedlichen Epochen der der transeuropäischen Straße vorstellen darf. Die ersten deutschen Karten sind dem Raum Augsburg und Füssen gewidmet. (Foto: Karte: Via Claudia Augusta)
 
„4 Karten durch die Jahrtausende“ zeigen jetzt unter anderem wie man sich die Regionen entlang der Via Claudia Augusta in unterschiedlichen Epochen der der transeuropäischen Straße vorstellen darf. Die ersten deutschen Karten sind dem Raum Augsburg und Füssen gewidmet. (Foto: Karte: Via Claudia Augusta)


Sie waren einst die Lebensadern eines Weltreichs: die Römerstraßen. Eine für die Römer sehr bedeutsame Straße war die Via Claudia Augusta. Sie war die Verbindung von Norditalien in den süddeutschen Raum und bot somit den Römern eine Möglichkeit, die Alpen zu überqueren. Noch heute übt die Strecke einen großen Reiz auf Reisende aus. Mit dem Projekt "4 Karten durch die Jahrtausende" haben Interessierte nun die Möglichkeit, die Regionen entlang der Via Claudia noch besser zu erkunden.

Nachdem im vergangenen Jahr die Ausgaben für die fünf Tiroler Regionen entlang der Via Claudia Augusta präsentiert werden konnten, folgen jetzt die ersten Ausgaben der "4 Karten durch die Jahrtausende" für deutsche Regionen. Den Anfang machen zwei Karten, die den nördlichen Raum Augsburg, von Allmannshofen bis einschließlich der Stadt umfassen sowie den südlichen Raum Augsburg, von Obermeitingen bis einschließlich der Stadt. Außerdem eine Karte mit dem Ostallgäu und Füssen im Mittelpunkt.

Insgesamt sind von der Donau bis zur Adria beziehungsweise bis zum Fluss Po 29 Karten geplant, die sukzessive fertig werden. Drei der vier Karten zeigen die jeweilige Region zu verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte. Die vierte Karte zeigt, was man heute wo und wie entdecken kann.

Ideale Ergänzung

"Die bestehenden Führer für Touren-Radler, Fern-Wanderer und Auto-Reisende sind für Entlangreisende gemacht. Jetzt haben wir auch eine Karte, die ideal ist für Gäste, Bevölkerung, Ausflügler, die insbesondere die Region und ihre Geschichte entdecken möchten, von der die Via Claudia Augusta ein wichtiger Teil ist", freut sich Götz Beck, Direktor der Regio Augsburg Tourismusgesellschaft. Die "4 Karten durch die Jahrtausende" zu jeder Region entlang der Via Claudia Augusta, die derzeit sukzessive entwickelt werden, sind nicht einfach die x-te Karte der Region. Sie zeigen jede Region zu drei verschiedenen Zeitpunkten in der Geschichte und wie sie sich heute präsentiert.

"Die drei ,historischen Karten' geben einen schnellen Einblick in die Geschichte der Region", erklärt Manfred Hahn, geschäftsführender Leiter des Römischen Museums Augsburg, der selbst große Teile der Inhalte der Karte beigesteuert hat.

Einfacher Zugang über Bilder

Über die Bilder gelinge es auch, neue Zielgruppen anzusprechen, die sich noch nicht oder weniger für Geschichte interessieren, ist Christoph Tschaikner überzeugt. Er ist Geschäftsführer der Via Claudia Augusta Transnational, die hinter dem Projekt steht. Die historischen Karten seien ein praktischer Schnell-Einstieg für Geschichtsinteressierte aus anderen Gegenden, die zwar über allgemeines geschichtliches Wissen und Verständnis verfügen, aber denen der Einblick in die regionalen Besonderheiten fehle. "Die historischen Karten sind außerdem ein interaktives Bildersuchrätsel, das nicht zuletzt auch für aufgeweckte Kinder geeignet ist", erzählt Tschaikner, der diesen spielerischen Zugang zur Geschichte schon mit einigen Kindern erfolgreich ausprobiert hat. Natürlich reichen die drei historischen Karten allein nicht aus. Die Interessierten wollen ja auch wissen, wo es in der Region heute etwas zu entdecken gibt und wie man dort hingelangt. Die vierte der "4 Karten durch die Jahrtausende", die Karte von heute, zeigt deshalb die verschiedenen Routen, auf denen man die Via Claudia Augusta, die Geschichte der Region und andere Besonderheiten entdecken kann, per Rad, zu Fuß, wie die meisten Römer , oder motorisiert.

"Die ,4 Karten durch die Jahrtausende' sind ein gutes Beispiel für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Geschichte, Kultur und Tourismus im Rahmen des Vereins Via Claudia Augusta Bavariae zum allseitigen Nutzen", freuen sich Bürgermeister Paul Iacob, Vorsitzender des Vereins Via Claudia Augusta Bavariae. Der Tourismus helfe, Bewusstsein für Geschichte und Kultur zu schaffen und für geschichtliche und kulturelle Besonderheiten zu interessieren. Geschichte und Kultur helfen dem Tourismus ein besonderes Produkt zu schaffen.

Johann Friedrich Tolksdorf und seine Kollegen vom zuständigen bayerischen Landesamt für Denkmalpflege in Thierhaupten sind sich einig, dass die Gestaltung sehr gelungen ist und man merke, dass die Karten auf Grundlage einer eingehende Recherche entstanden seien. Gedruckt gibt es die zwei "4 Karten durch die Jahrtausende", die dem Augsburger Raum gewidmet sind, in der Touristinfo der Regio Augsburg sowie im Shop des Römischen Museums der Stadt Augsburg. Darüber hinaus werden die Karten auch auf www.viaclaudia.org digital zur Verfügung gestellt. Man kann also auch am Desktop-Computer in den Karten blättern oder mit der Karte am Smartphone die Region erfahren - per Rad, motorisiert oder eben nach Art der Römer - zu Fuß. (pm)
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