Augsburg bekommt eine 75 Meter hohe Super-Baustelle

Skizze eines Sanierungsfalls: Der Augsburger Bauausschuss befasste sich schon mehrmals mit der mangelnden Standfestigkeit des Perlachturms. Foto: David Libossek

Im kommenden Jahr soll es endlich soweit sein. Am Perlachturm werden dann die Bauarbeiter anrücken. Seit Jahren wird bereits über die nötige Erneuerung des zum Teil maroden Wahrzeichens debattiert. Die Sanierung des Turms wird eine - im wahrsten Sinne des Wortes - große Herausforderung werden.

Um den Perlachturm steht es derzeit schlecht: Die Treppe aus den 1950er Jahren ist marode, die Geländer zu 600 Prozent ausgelastet. Die in den Mauern eingebauten Stahlelemente rosten und dehnen sich aus, dadurch platzen Teile des Natursteins ab. Ende 2016 hat der Augsburger Stadtrat daher einen Grundsatzbeschluss zur Sanierung des Turms gefasst und ein Konzept zur Instandsetzung genehmigt. Eineinhalb Jahre später werden die Pläne konkreter.

Laut aktueller Planung wird im kommenden Jahr der obere Teil des Turms mit Zwiebeldach und Glockenspiel komplett heruntergeholt, Teile der obersten Stockwerke werden demontiert und der Turm geöffnet. Durch die Öffnung soll schließlich mit einem 80 Meter hohen Kran die marode Innentreppe herausgehoben und die neue Stahltreppe eingefädelt werden.

Voraussetzung für dieses Vorhaben ist den Planungen zufolge ein "stationärer Turmdrehkran". Dieser soll auf dem Fischmarkt aufgestellt werden, welchen die Bauverwaltung als den besten Standort ausgemacht hat. "Durch die notwendige Hakenhöhe von circa 80 Metern müssen über das Kranfundament enorme Kräfte in den Baugrund eingeleitet werden", heißt es im Bericht der Verwaltung. Da das nötige Fundament von zehn mal zehn Metern zu groß für den Platz wäre, soll nun eine Platte in den Boden betoniert werden. Die Vorbereitungen dazu sollen in den Sommerferien stattfinden.

Eine "riesige Herausforderung" werde die Sanierung insgesamt - so fasste es Baureferent Gerd Merkle im städtischen Ausschuss am vergangenen Donnerstag zusammen. Zwei Jahre lang werden die Arbeiten ab 2019 wohl dauern. Die Kosten für die Maßnahme sollen bis Herbst ermittelt werden.
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