Augsburger Hohes Friedensfest wird Unesco Kulturerbe

Das Augsburger Hohe Friedensfest ist nun von der Unesco zum Immateriellen Kulturerbe ernannt worden. (Foto: Markus Höck)

Das Augsburger Hohe Friedensfest ist in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes der Unesco aufgenommen worden. 17 weitere Kulturformen erhielten am Dienstag diesen Titel, etwa das Drechslerhandwerk oder die Fürther Michaeliskirchweih. Das Immaterielle Kulturerbe würdigt kreative, inklusive und innovative Kulturformen.

„Mit der Auszeichnung würdigt die UNESCO-Kommission eine Jahrhunderte alte Tradition, die identitätsstiftend für alle Augsburger wirkt und auch heute noch von einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement getragen wird“, sagte dazu Kulturreferent Thomas Weitzel. Der 8. August, an dem Augsburg seit 1650, rund zwei Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges, das Hohe Friedensfest feiert, ist laut der Stadt Augsburg "vermutlich weltweit der einzige Feiertag, der sich nur dem Gedanken der Toleranz und des Friedens widmet".

Mit dem Eintrag in das nationale Verzeichnis leiste die Stadt und das Hohe Friedensfest mit seinem Modellcharakter ein überregionales Bewusstsein für das friedliche Aushandeln von Konflikten auf kommunaler Ebene, so Thomas Weitzel. „Auch die vielen Ehrenamtlichen, die beim Friedensfest beteiligt sind, erfahren durch die Aufnahme in das Verzeichnis anerkennende Wertschätzung“, betonte er.

Deutschlandweit 97 Kulturformen im Verzeichnis

Das Hohe Friedensfest ist als einziger städtischer Feiertag in Deutschland anerkannt. "Das Friedensfest ist Dokumentation der Auseinandersetzung Augsburgs mit seiner jahrhundertealten Friedens- und Konflikttradition", schreibt die Unesco. Seit 1650 erinnere das Fest an die durch den Westfälischen Frieden errungene Parität und konfessionelle Gleichstellung von katholischer, lutherischer und reformierter Kirche, aber auch an die Leidenszeit während des Dreißigjährigen Krieges.

Das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes soll exemplarisch zeigen, welche lebendigen kulturellen Traditionen und Ausdrucksformen in Deutschland praktiziert und weitergegeben werden. 2013 ist Deutschland dem Unesco-Übereinkommen zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes beigetreten und ist seitdem verpflichtet, ein nationales Register zu erstellen. Die Vorschläge kommen aus der Bevölkerung. Über Aufnahmen in das Verzeichnis wird regelmäßig in einem mehrstufigen Verfahren entschieden. Inzwischen beinhaltet das Verzeichnis in Deutschland 97 Kulturformen, weltweit sind es über 500. (pm/lat)
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