Bestäubung von Hand: Augsburger Künstler dokumentiert Folgen des Bienensterbens in China

Mühevoll müssen in der Nähe der Stadt Chengdu Obstbäume von Menschen bestäubt werden. (Foto: Maximilian Prüfer)

Maximilian Prüfer erhielt 2017 den Kunstpreis des Bezirks Schwaben als Reisestipendium für ein hochaktuelles Projekt: Er reiste mehrmals in die chinesische Provinz Sichuan, um dort zu recherchieren, denn in der Nähe der Stadt Chengdu werden Obstbaumblüten seit Jahrzehnten manuell bestäubt. In der Schwäbischen Galerie des Museums Oberschönenfeld wird nun ab 22. September eine Einzelausstellung seiner Werke gezeigt.

Politische Fehlentscheidungen führten in Sichuan zu einem Insektensterben. Schließlich begannen Menschen, die mühsame Bestäubung der Obstblüten selbst zu übernehmen. Maximilian Prüfer beobachtete und dokumentierte diese Arbeit in Fotografie und Film. Im Museum Oberschönenfeld wird eine Werkauswahl aus dem umfangreichen Projekt gezeigt. Ein Film gibt den langwierigen Vorgang der Bestäubung wieder. Dieser Film ist zentraler Bestandteil der Ausstellung, zusammen mit Fotoarbeiten, Bestäubungswerkzeugen und Pollengefäßen.

Maximilian Prüfer erlernte schließlich auch selbst das manuelle Bestäuben und war an der Ernte beteiligt. Daran erinnert in der Ausstellung eine in Bronze gegossene Birne. In der Zusammenarbeit mit den einheimischen Bauern machte Prüfer die Erfahrung, dass die Arbeit des Bestäubens von ihnen nicht so sehr als mühevolle Aufgabe denn als eine zu meisternde Herausforderung betrachtet wurde. Bei dem Ausstellungstitel "Bien" handelt es sich um einen historisch gewachsenen Begriff für den Superorganismus des Bienenvolks.

Maximilian Prüfer studierte bis 2013 Kommunikationsdesign an der Hochschule Augsburg und arbeitet heute in Augsburg und Wien. Die Ausstellung ist bis zum 24. November zu sehen.
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